Aue-Coach Shpilevski will mehr Streitkultur

Aue - Es gibt Trainer, die dulden keinen Widerspruch. Aleksey Shpilevski (33) vom FC Erzgebirge Aue wählt den entgegengesetzten Weg. Der 33-jährige Fußballlehrer setzt bewusst Reibungspunkte und ermuntert seine Veilchen, ihm auch mal Kontra zu geben.

FCE-Coach Aleksey Shpilevski (33, M.) wünscht sich von seinen Spielern durchaus auch mal Widerspruch.
FCE-Coach Aleksey Shpilevski (33, M.) wünscht sich von seinen Spielern durchaus auch mal Widerspruch.  © imago images/Frank Kruczynski

"Die Jungs sollen in der Theorie etwas unangenehmer sein und die ein oder andere Frage stellen, die mich bei der Beantwortung dann vielleicht auch in die Bredouille bringt", tritt Shpilevski für einen offenen Dialog und eine lebhafte Streitkultur ein.

"Ich würde mir auch mal Meinungsverschiedenheiten wünschen, weil sich daran zeigt, dass auch charakterstarke Jungs dabei sind."

Kritisch zu hinterfragen, ist also definitiv erlaubt. Das ist allemal besser, als nur Duckmäuser um sich zu scharen, die brav abnicken und sich dann auf dem Platz genauso geben.

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Diese Herangehensweise fördert in gewisser Weise auch die Eigeninitiative, sorgt dafür, selbst Verantwortung fürs eigene Handeln zu übernehmen und nicht erst unsicher an die Seitenlinie oder zum Nebenmann zu schielen.

Selbstverständlich lässt sich dies nicht auf Anhieb vom erst 19-jährigen Omar Sijaric oder 21-jährigen Nicolas Kühn erwarten, wohl aber von den altgedienten Lila-Weißen.

Aleksey Shpilevski zitiert Jose Mourinho

Da passt es ins Bild, wie Shpilevski bei der Wahl von Kapitän und Mannschaftsrat verfuhr: Er behielt alles beim Alten.

"Jose Mourinho sagte mal: 'Ein Kapitän muss nicht zugleich der Leader sein. Bei Martin habe ich schon das Gefühl, dass er zugleich Kapitän und Leader ist, der die Mannschaft führt."

Weiter erklärt der Coach: "Für die Kabine ist er wichtig, wie die Erfahrenen, zu denen ich einen Sören Gonther, Florian Ballas, Dimitrij Nazarov oder Philipp Riese zähle. Sie bleiben definitiv im Mannschaftsrat", setzt Shpilevski auf jene Hierarchie, die er zum Amtsantritt im Juni vorfand.

Titelfoto: imago images/Frank Kruczynski

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