Aue und das ewige Problem mit der Nr. 2: Martin Männel gesetzt - egal, wer kommt!

Aue - Es geht schon über viele Jahre, das Thema ist nicht neu. Aber was macht es so schwer, eine Nummer 2 für das Tor des FCE Aue zu finden? Die Antwort trägt einen Namen: Martin Männel.

Mit seinen konstant starken Leistungen über Jahre hinweg hat sich Martin Männel den Status der unangefochtenen Nr. 1 im Auer Kasten erarbeitet.
Mit seinen konstant starken Leistungen über Jahre hinweg hat sich Martin Männel den Status der unangefochtenen Nr. 1 im Auer Kasten erarbeitet.  © picture point/Sven Sonntag

Es ist nicht der Personenkult, der um den 32-Jährigen bei den Veilchen entstanden ist. Nein, es sind seine Leistungen. Die abgelaufene Saison war mit die beste seiner Laufbahn. Das spricht sich in der Branche herum.

Männel geht am morgigen Montag in seine 13. Saison bei den Lila-Weißen, 2008 kam er als 20-Jähriger aus Cottbus.

Seit fünf Jahren ist er Kapitän - und das aktive Denkmal schlechthin. Er wird nicht stark geredet, er ist es. Absoluter Leistungsträger, Führungsspieler, Leitfigur. Er ist wie Friedrich Schillers Glocke, fest gemauert in der Erden steht er. Und genau das schreckt andere Keeper ab, in Aue anzuheuern.

Solange Martin auf diesem hohen Niveau hält, ist er gesetzt. Da brauchst du entwicklungsfähige Torhüter auf Zweitliga-Niveau gar nicht erst auf den FC Erzgebirge ansprechen.

Die lehnen meist sofort ab. Diese Sätze stammen von einem Berater, der auch einige Kicker mit Handschuhen zu seinen Schützlingen zählt.

Das zeigt auf einer Seite die Hochachtung vorm Veilchen-Kapitän, auf der andere Seite den fast schon aussichtslosen Kampf um einen annähernd gleichstarken Backup. Dieses Problem erkannte im Vorjahr Daniel Meyer. Er wollte vorbauen, falls Männel mal ausfällt, fand aber keinen. Daher setzte der FCE auf Robert Jendrusch.

Robert Jendrusch ist im Fokus.
Robert Jendrusch ist im Fokus.  © picture point/Sven Sonntag

In der abgelaufenen Saison musste der Käpt'n viermal passen - einmal gelbgesperrt, dreimal verletzt. Jendrusch vertrat ihn, die letzten beiden Partien gewann Aue mit ihm. Auch das ist ein Fakt: Iim September 2016 verletzte sich Männel beim 1:1 gegen Bielefeld schwer am Ellenbogen, fiel drei Monate aus.

Erst Jendrusch und dann der neu verpflichtete Daniel Haas vertraten ihn. Aue holte in den elf Spielen ohne Männel nur sechs Punkte! Doch das Problem der Nummer 2 existiert im Grunde seit 2013. Damals holte Falko Götz einen gewissen Sascha Kirschstein, machte ihn zur Nummer 1.

Sascha Kirschstein spielte lange.
Sascha Kirschstein spielte lange.  © imago images/Dünhölter SportPresseFoto

Der Volkszorn richtete sich gegen den Neuen, er wurde von vielen Fans regelrecht gemobbt. Nach der 2:6-Heimpleite gegen Fürth war das Fass voll, obwohl Kirschstein unschuldig an den Gegentoren war.

Götz reagierte, stellte Männel wieder rein, seither hat kein Trainer mehr versucht, das zu ändern. Männel zahlte das stets mit Leistung zurück. Bewundernswert, so ganz ohne den großen Druck der Nummer 2!

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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