Erzgebirge Aue: "Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, wir leben nicht von guter Laune und der Luft!"

Aue - Präsident Helge Leonhardt und Geschäftsführer Michael Voigt sind beim FC Erzgebirge seit Monaten als Krisenmanager im Einsatz. War ein (Corona)Brandherd gelöscht, loderte die nächste Flamme. Mit der Bestätigung des Hygienekonzepts und der damit verbundenen Rückkehr eines Teils der Zuschauer und damit verbundenen Einnahmen ist der Kumpelverein aus dem Gröbsten raus.

Wie zwei Lokomotivführer! Präsident Helge Leonhardt (l.) und Geschäftsführer Michael Voigt steuerten die FCE Aue bisher sicher durch die Corona-Krise.
Wie zwei Lokomotivführer! Präsident Helge Leonhardt (l.) und Geschäftsführer Michael Voigt steuerten die FCE Aue bisher sicher durch die Corona-Krise.  © picture point/Sven Sonntag

"Der Verein lebt!", atmet Leonhardt tief durch. Am Donnerstag feierte er seine sechsjährige Regentschaft als Klubboss. Dass ihm überhaupt zum Feiern zu Mute war, ist der sächsischen Landesregierung zu verdanken, die mit den Lockerungen bei den Corona-Bestimmungen Fußballspiele im Erzgebirgsstadion vor mehr als 1000 Zuschauern möglich macht.

"Wir müssen als Sachsen in dieser schwierigen Zeit vorangehen und die Kreisläufe weiter öffnen in Fragen der Kultur und des Sports", betont Leonhardt.

Andernfalls drohe vieles vor die Hunde zu gehen. Leonhardt drastisch: "Wir befinden uns in der härtesten Krise seit dem 2. Weltkrieg." Die Zulassung des vereinseigenen Hygienekonzepts wertet er als moralischen Sieg. 

"Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, wir leben nicht von guter Laune und der Luft!"

Abverkauf der Abokarten startet

Nächste Woche startet der Abverkauf der Abokarten. Auch wenn vorerst nur 4411 Zuschauer pro Spiel zugelassen sind, bringt das dringend benötigte Liquidität. Voigt: "Denn wir wollen uns nicht mit Darlehen überlasten."

In Krisenzeiten außerdem unverzichtbar: die Mitglieder. "Wären wir in den letzten Jahren nicht so sehr gewachsen, hätten wir ganz andere Probleme", meint Voigt. Derzeit besitzen 9104 Personen einen "Schachtausweis". 

"Ein breit aufgestellter Verein hilft gut durchzukommen. Die Mitgliedsbeiträge sind eine wichtige Liquiditätsstütze, was zeigt, dass ein eingetragener Verein im Profifußball kein Auslaufmodell ist", so Voigt.

Man hält zusammen. Auch wenn es wehtut? "Wirtschaftlich sind wir derzeit nicht in der Lage, den Abokarten-Inhabern das Geld für die fünf durch die Geisterspiele 'weggefallenen' Partien zurückzuzahlen oder mit neuen Karten zu verrechnen. Ich bitte hier um einen Verzicht auf eine Rückerstattung", hofft Voigt auf Verständnis. "Wir wollen aber etwas wiedergeben, wenn die Zeit es wieder zulässt!"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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