Aue-Boss Leonhardt dämpft bei der Personalplanung die Erwartungen

Aue - Am Mittwoch fand das erste Sondierungsgespräch zwischen FCE-Vorstand und Trainerteam statt. Auf der Agenda ganz oben: Die Personalplanung und -entwicklung für die kommende Zweitliga-Saison 2020/21. 

Nicolas Sessa am Boden - der deutsch-argentinische Mittelfeldmann wird sich wohl einen neuen Verein suchen müssen.
Nicolas Sessa am Boden - der deutsch-argentinische Mittelfeldmann wird sich wohl einen neuen Verein suchen müssen.  © picture point/Sven Sonntag

Klubboss Helge Leonhardt schlug dabei den ersten Pflock in den Boden, indem er zeitnahen Vertragsverlängerungen von auslaufenden Arbeitspapieren einen Riegel vorschob. "Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation werden vorerst keine Verträge verlängert. Konkret wird es frühestens ab Mitte Juli, wenn wir genauer abschätzen können, in welchem Umfang wir in den jeweiligen Einnahmebereichen planen können. Das betrifft in erster Linie Fernsehgelder und die Rückmeldung von Sponsoren", stellt der Klub-Patriarch klar.

Leonhardt dämpft dabei zu hohe Erwartungen: "Ich gehe davon aus, dass es im Herbst nochmal ein wirtschaftliches Gewitter geben wird. Deswegen werden wir konservativ planen."

Weil der Kumpelverein Abstriche bei den Erträgen erwartet, wird unweigerlich der Rotstift angesetzt werden müssen. Die vorab für 2020/21 geplanten rund zehn Millionen Euro für die Profi-Abteilung kassiert "Leo" ein. 

"Das Budget wird geringer ausfallen", macht der Klubboss klar: "In erster Linie werden wir den Kader verschlanken und Spieler von der Gehaltsliste nehmen - auch durch Ausleihen."

Es wird Neuzugänge geben

FCE-Boss Helge Leonhardt (l.) haut auch selber mal gerne an den Ball. Da staunt sogar Co-Trainer Marc Hensel...
FCE-Boss Helge Leonhardt (l.) haut auch selber mal gerne an den Ball. Da staunt sogar Co-Trainer Marc Hensel...  © Picture Point/Roger Petzsche

Nicolas Sessa und Erik Majetschak sind hierfür zwei Kandidaten. Auch an bestehende Verträge will der FCE ran und baut auf Freiwilligkeit. "Jeder, der deswegen eine Freigabe möchte, um ein besseres Angebot wahrzunehmen, bekommt in fünf Minuten seinen Aufhebungsvertrag von mir unterzeichnet", handelt der 61-jährige Unternehmer pragmatisch.

Neuzugänge wird es aber geben, muss es sogar. "Marko Mihojevic verlässt den Verein leider. Das ist ein Rückschlag, den wir kritisch aufarbeiten. Denn das ist das Einzige was diese Saison wirklich schiefgegangen ist. Sollten wir Jacob Rasmussen nicht nochmal von Florenz ausleihen können, wäre die Abwehr nur noch bedingt wettbewerbsfähig. Dann besteht akuter Handlungsbedarf", so Leonhardt.

Drängen würde die Zeit diesmal aber nicht: "Da die Saison erst Mitte September startet, gilt Sorgfalt vor Eile. Außerdem wird der Kandidaten-Pool wegen der Verwerfungen in den in- und ausländischen Ligen größer. Die Liga-Fortführung macht die 2. Liga nochmal attraktiver", meint Leonhardt: "Wir haben bereits jetzt eine Liste von 60 Kandidaten. Aber wir werden nicht blauäugig wirtschaften!"

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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