Aue-Coach Schuster fordert scharfes Nachwaschen beim Club

Aue - Den Corona-Re-Start gegen Sandhausen (3:1) hat der FC Erzgebirge erfolgreich gestaltet. Es gab viele Unwägbarkeiten, die Veilchen-Coach Dirk Schuster händeln musste. Gleichzeitig lieferte das letzte Wochenende wichtige Erkenntnisse. TAG24 führte mit dem 52-Jährigen das folgende Interview.

Interview mit Abstand: Dirk Schuster schildert dem ARD die 90 Minuten gegen Sandhausen aus seiner Sicht.
Interview mit Abstand: Dirk Schuster schildert dem ARD die 90 Minuten gegen Sandhausen aus seiner Sicht.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Wie haben sie ihr erstes Corona-Geisterspiel empfunden?

Schuster: "Es war total ungewohnt! Schon im Vorfeld des Spiels, als es galt, viele Regeln einzuhalten, worauf wir großen Wert gelegt haben. Und in der Partie hat natürlich die Atmosphäre gefehlt: Einerseits von den Rängen, aber es war ja zum Beispiel auch kein richtiger Torjubel möglich. An der Seitenlinie musste man vorsichtig sein – auch weil der Gegner mögliche Änderungen oder Anpassungen einfacher mitbekommen konnte."

TAG24: Was hat sie noch bewegt?

Schuster: "Trotz des Sieges haben uns die Fans definitiv gefehlt. Sie haben einen großen Anteil daran, dass wir im eigenen Stadion bisher so erfolgreich sind. Umso glücklicher waren wir, ihnen in dieser nicht einfachen Zeit zumindest einen schönen Nachmittag daheim beschert zu haben. Auch wenn es nicht dasselbe wie im Stadion ist: Aber so konnten sich unsere vielen treuen Fans nach längerer Zeit mal wieder über ein gelungenes Fußball-Wochenende freuen."

"Ein klarer Matchplan ist wichtig"

Gib her, deinen Ellenbogen: Aues Coach Dirk Schuster (r.) "klatscht" mit Florian Krüger ab, dem Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:0.
Gib her, deinen Ellenbogen: Aues Coach Dirk Schuster (r.) "klatscht" mit Florian Krüger ab, dem Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:0.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: "Geht's raus und spielt's Fußball" oder Matchplan: Was ist in Corona-Zeiten angesagt?

Schuster: "Trotz der Umstände ist es wichtig, einen klaren Matchplan zu haben und die Mannschaft akribisch auf die Stärken und Schwächen des Gegners einzustellen. Auch wenn die Analysen zu Sandhausen nicht mehr ganz aktuell waren, ist die richtige Einstellung auf den Gegner absolut notwendig. Und das, was wir gemeinsam erarbeitet haben, hat die Mannschaft auch in weiten Teilen richtig gut umgesetzt."

TAG24: Jeder Verein ist unterschiedlich schnell und stark ins Training gestartet, was wenig Rückschlüsse auf den jeweiligen Fitnesszustand ermöglicht. Gibt man deswegen erstmal weniger Vollgas, um am Ende noch genügend Körner zu haben?

Schuster: "Nein, für uns galt von Anfang an volles Rohr, da wir das Spiel unbedingt erfolgreich gestalten wollten. Und man darf ja nun auch fünf Mann wechseln."

"Wir wollen uns auswärts belohnen"

Sieht schon irgendwie gespenstisch aus: FCE-Trainer Dirk Schuster mit Mundschutz vorm Anpfiff der Partie gegen Sandhausen.
Sieht schon irgendwie gespenstisch aus: FCE-Trainer Dirk Schuster mit Mundschutz vorm Anpfiff der Partie gegen Sandhausen.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Vier der acht Begegnungen vom Wochenende wurden in der Nachspielzeit entschieden. Reiner Zufall oder der Fitness geschuldet?

Schuster: "Da spielt sicherlich die körperliche Konstitution eine Rolle. Denn die Konzentration leidet, wenn man müde wird – was gerade auch das Verhindern von gefährlichen Situationen beeinflussen kann. Dann sind solche Ausschläge schon möglich."

TAG24: Kommen wir auf die kommende Freitagspartie in Nürnberg zu sprechen: Auswärts tat sich der FCE bisher extrem schwer. Was spricht jetzt noch für den Feldvorteil des Heimteams?

Schuster: "Wir sollten nicht darauf schauen, welchen Vor- oder Nachteil Nürnberg haben könnte. Sie haben zuletzt gegen St. Pauli unglücklich verloren und verspüren nun wohl schon etwas Druck. Nachdem wir zuletzt auswärts einige Male keine so schlechten Leistungen gezeigt haben, wollen wir uns jetzt endlich auch mal belohnen!"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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