Aue: Gonther-Rückkehr wird keine Kiez-Party

Aue - Nur all­zu ger­ne hät­te Sö­ren Gon­ther am Sonntag das kom­plet­te Pro­gramm auf St. Pau­li mit­ge­macht. Ein­lau­fen ins Sta­di­on am Mill­ern­tor. Dazu dröhnt "Hells Bells" von AC/DC aus den Laut­spre­chern und fast das gan­ze Sta­di­on steht ge­gen dich. Statt­des­sen: trost­lo­se Lee­re.

Das waren noch Zeiten, als Sörne Gonther (vorn, r.) erfolgreich beim Kiezclub kickte und mit den Pauli-Fans abklatschen durfte. Am Sonntag wird das Stadion am Millerntor leider leer bleiben.
Das waren noch Zeiten, als Sörne Gonther (vorn, r.) erfolgreich beim Kiezclub kickte und mit den Pauli-Fans abklatschen durfte. Am Sonntag wird das Stadion am Millerntor leider leer bleiben.  © imago images/Oliver Ruhnke

"Lei­der hat sich mit der Zeit eine ge­wis­se Rou­ti­ne für die Geis­ter­spie­le ent­wi­ckelt", gibt der 33-Jäh­ri­ge un­um­wun­den zu. Die Par­tie bei sei­nem Ex-Club ist die sechste ­seit dem Re-Start, die sechste un­ter Aus­schluss der Öf­fent­lich­keit. 

Das ist bei­spiel­los im deut­schen Pro­fi­fuß­ball und trifft vor al­lem die Heim­teams enorm - nicht nur we­gen der aus­blei­ben­den Spiel­tags­ein­nah­men. Gon­ther ab­sol­vier­te von 2012 bis 2017 89 Zweit­li­ga-Ein­sät­ze für die Ham­bur­ger, weiß also ge­nau um die Ge­menge­la­ge vor Ort: "St. Pau­li spielt ähn­lich wie wir zu­hau­se bes­ser als aus­wärts. Was das Mill­ern­tor be­son­ders macht, sind die Fans und die Stim­mung. Von da­her habe ich ein wei­nen­des und ein la­chen­des Auge."

Letz­te­res, weil der Heim­vor­teil für den Kiez­klub ab­ge­se­hen vom Wis­sen um die ei­ge­nen Platz­ver­hält­nis­se prak­tisch da­hin ist. Das spielt Aue in die Kar­ten. 

Gonther will sich nicht ausruhen

Die Maske muss runter: Sören Gonther hat sich mit dem FCE genügend Luft verschafft.
Die Maske muss runter: Sören Gonther hat sich mit dem FCE genügend Luft verschafft.  © DPA/Robert Michael

Mo­men­tan ste­hen für die aus­wärts­schwächs­te Mann­schaft der 2. Bun­des­li­ga acht Punk­te auf frem­den Plät­zen zu Bu­che. Da lässt sich noch et­was Bo­den gut­ma­chen. "Wir ha­ben noch zwei Chan­cen, die Bi­lanz auf­zu­po­lie­ren", blickt Gon­ther auf die mor­gi­ge Be­geg­nung und die letz­te Par­tie am 34. Spiel­tag bei Jahn Re­gens­burg.

Schlie­ß­lich ist mit dem vor­zei­ti­gen Klas­sen­er­halt nicht au­to­ma­tisch Schluss: "Die Gier ist nach wie vor da. Es wäre auch frus­trie­rend, nach­dem wir so lan­ge auf ei­nem ein­stel­li­gen Platz wa­ren, am Ende als Zwölf­ter oder noch schlech­ter ein­zu­lau­fen."

Der er­fah­re­ne Ab­wehr­mann kann sich näm­lich aus­ma­len, was dann über die Sai­son­leis­tung ge­dacht, ge­sagt und ge­schrie­ben wird:

"Die 41 Punk­te, die wir be­reits jetzt, vier Spie­le vor Schluss be­sit­zen, hät­te vor der Sai­son je­der un­ter­schrie­ben. Dass wir dort ste­hen, wo wir mo­men­tan sind, hat we­der et­was mit Glück noch Pech zu tun. Na­tür­lich war es aus­wärts zu we­nig, aber wir tun gut dar­an, das Gan­ze nüch­ter­ner und ob­jek­ti­ver zu be­trach­ten."

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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