Neustart in Bundesliga: Aue froh über grünes Licht, Zurückhaltung bei Dynamo

Dresden/Aue - Zurückhaltung, aber Akzeptanz in Dresden, Freude in Aue, obwohl des gesamte Team bis Donnerstag in Quarantäne ist. Die beiden sächsischen Zweitligisten reagierten unterschiedlich auf das grüne Licht der Regierung in Berlin.

Die leeren Stadien Aue werden in den kommenden Tagen, Wochen und vielleicht auch Monaten zur Gewohnheit werden.
Die leeren Stadien Aue werden in den kommenden Tagen, Wochen und vielleicht auch Monaten zur Gewohnheit werden.  © Imago images

Die Saison in den ersten beiden Bundesligen darf ab Mitte Mai weitergehen - ohne Zuschauer natürlich. Dynamo startet mit 24 Zählern als Tabellenletzter in die Geisterspiele, muss aber bis Platz 15 "nur" vier Punkte in den verbleibenden neun Partien aufholen.

Die Veilchen liegen mit 34 Punkten auf Rang acht, sind aber noch nicht aller Sorgen ledig - auch wenn das Polster komfortabel erscheint.

FCE-Präsident Helge Leonhardt begrüßt den Segen der Politik: "Wir müssen einfach anfangen, handeln und die restliche Saison mit einer hohen Disziplin durchziehen. Dies gilt auch für viele andere Bereiche die wieder richtigerweise aktiviert wurden." Zudem wünscht sich der Veilchen-Boss mehr Sachlichkeit. "Diese unnötigen Pro-und-Kontra-Diskussionen, die oft auch nicht durch Fakten belegt, sondern oftmals pure Polemik sind, ertragen die Menschen einfach nicht mehr."

Sobald die Mannschaft aus der Corona-Verbannung zurückkommt, will sie ins reguläre Teamtraining einsteigen. 

Beide schauen gespannt, was jetzt auf sie zukommt: Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge (l.) und Aues Präsident Helge Leonhardt.
Beide schauen gespannt, was jetzt auf sie zukommt: Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge (l.) und Aues Präsident Helge Leonhardt.  © Lutz Hentschel

"Fußball ist ohne Wenn und Aber eine Publikumssportart"

Der Re-Start der Saison 2019/20 erfolgt ab Mitte ohne Zuschauer. Großveranstaltungen sind bis 31. August verboten. Der Bannstrahl, ohne Fans spielen zu müssen, könnte die Vereine also auch noch in der neuen Saison treffen.
Der Re-Start der Saison 2019/20 erfolgt ab Mitte ohne Zuschauer. Großveranstaltungen sind bis 31. August verboten. Der Bannstrahl, ohne Fans spielen zu müssen, könnte die Vereine also auch noch in der neuen Saison treffen.  © Imago images

Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born reagiert zurückhaltender. Er hat "die Entscheidung der Spitzenpolitik zur Fortsetzung des Spielbetriebes zur Kenntnis genommen", sagt er, erklärt aber auch: "Legt man die für einige Clubs schon jetzt bedrohliche wirtschaftliche Situation zugrunde, dann muss man von einem guten Tag für den deutschen Profi-Fußball sprechen."

SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Minge muss sich erst mit der Entscheidung anfreunden, "denn es gibt derzeit keine mehrheitsfähige Alternative zu Geisterspielen unter den Clubvertretern". 

Damit meint er überhaupt nicht die sportliche Situation seiner Truppe, sondern die trostlosen, weil zuschauerlosen Ränge in allen Stadien: "Fußball ist ohne Wenn und Aber eine Publikumssportart. Das wird schon bald dem Letzten bewusst, der das bisher in Zweifel gezogen hat. Wir sind als Verein geisterspielerprobt und können deshalb sagen: Was da in den kommenden Wochen auf uns wartet, wird nicht annähernd die Faszination des Fußballs entfalten können, die wir an diesem Sport so lieben."

Doch Minge war als Spieler ein Kämpfer und ist es immer noch: "Ab morgen richtet sich unser Blick dann nach vorn, denn wir wollen mit dem Klassenerhalt 2020 unser sportliches Ziel in dieser Saison auch unter diesen besonderen Voraussetzungen erreichen!"

Titelfoto: Lutz Hentschel

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