Aue feiert versöhnlichen Saisonabschluss: Heimsieg dank Nazarov und dem 12. Mann!

Aue - Hand aufs Herz, aber so muss ein Saisonabschluss für den FC Erzgebirge Aue aussehen: Klasse gehalten, letztes Heimspiel gegen Osnabrück 2:1 gewonnen und danach von den Fans feiern lassen! Der Pfingstsonntag hielt all das vor. Selbst Petrus hatte ein Einsehen und ließ die Sonne über dem Lößnitztal lachen.

Veilchen auf dem Zaun: Die Auer Spieler feierten nach dem letzten Heimspiel der Saison mit den Fans im "W-Block".
Veilchen auf dem Zaun: Die Auer Spieler feierten nach dem letzten Heimspiel der Saison mit den Fans im "W-Block".  © DPA/Robert Michael

Schon bei der Anfahrt zum Stadion konnte man erahnen, dass rund ums Spiel mehr Rabatz gemacht wird, als es sonst während Corona der Fall ist. Lila-Weiß, in den vergangenen Monaten rund ums Erzgebirgsstadion ein coronabedingt eher seltener Farbtupfer, dominierte die Szenerie, machte sich aber auch akustisch bemerkbar.

"Block W", wie die Naturtribüne am Waldhang über dem Stadion umgangssprachlich genannt wird, war üppig mit rund 200 Mann besetzt, die während der Partie ordentlich für Stimmung und den nötigen Push sorgten, wie Interimstrainer Marc Hensel bestätigt: "Sie haben einen traumhaften Job für uns gemacht und uns sehr geholfen, Sicherheit zu erlangen."

Um die war es zunächst nämlich nicht bestellt. Die Anfangsphase ging an den FCE, der sich bis auf einen Seitfallzieher von Pascal Testroet (23.) aber nix Nennenswertes erspielte.

"Wir sind in eine Phase hineingekommen, wo wir keinen Druck mehr auf den Ball bekamen und keinen Zugriff hatten, wir machen in Ballbesitz zwei, drei kleine Fehler und gehen nach einem eigentlich guten Angriff in Rückstand, weil wir danach einen Freistoß verursachen, der gut getreten ist", fasst Hensel die erste Halbzeit treffend zusammen.

Aue hatte zwei Trümpfe: Joker Dimitrij Nazarov und den zwölften Mann

Steve Breitkreuz (29) nimmt Aues Doppeltorschützen Dimitrij Nazarov (31) in den Arm.
Steve Breitkreuz (29) nimmt Aues Doppeltorschützen Dimitrij Nazarov (31) in den Arm.  © Picture Point/Gabor Krieg

Nach Foul von Steve Breitkreuz schritt Freistoßexperte Sebastian Kerk zum Werk und überwand die Vier-Mann-Mauer, die Keeper Martin Männel vor sich positioniert hatte, weil er die Lücke zwischen Pascal Testroet und Florian Ballas fand. Für den Osnabrücker war es der sechste (!) direkt verwandelte Freistoß.

Doch Aue hatte zwei Trümpfe: Zum einen Joker Dimitrij Nazarov (65./76.), der die Partie mit seinem Doppelpack drehte und damit jedes der letzten fünf Heimtore erzielte, und zum anderen den zwölften Mann.

"Ich bin glücklich, dass wir als Team wieder näher an unser Publikum heranrücken konnten. Auch wenn die Ränge an sich leer sind, war die Unterstützung von außen permanent spürbar. Das ist Erzgebirge Aue!", betont Hensel.

Und nur so könne sich der FCE künftig im Konzert mit den Großen von HSV, Schalke 04, Werder Bremen oder Fortuna Düsseldorf behaupten. "Nächste Saison haben wir fast schon eine 1. Liga. Da schaffen wir es nur, wenn wir zusammenhalten", findet Hensel.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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