Aue heute letztmals am Millerntor? Veilchen wollen die Überraschung

Aue - Einiges spricht dafür, dass der FC Erzgebirge Aue am Samstag zum vorerst letzten Mal am Millerntor gastiert. St. Pauli ist Tabellenführer, Aue Vorletzter, mit sechs Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Noch hat der FCE alles in der eigenen Hand: Entweder 16 Endspiele zum Klassenerhalt oder Abschiedstournee.

Clemens Fandrich (30) spielt am Samstag erstmals wieder nach seinem Platzverweis aus dem Ingolstadt-Spiel.
Clemens Fandrich (30) spielt am Samstag erstmals wieder nach seinem Platzverweis aus dem Ingolstadt-Spiel.  © picture point/Sven Sonntag

Zumindest die Vorzeichen sind, nicht zuletzt durch die 0:5-Klatsche bei Dynamo Dresden, gelinde gesagt, ungünstig. "Die Woche hat mit einem Knall begonnen, das konnten wir so nicht stehen lassen", ging FCE-Teamchef Marc Hensel (35) auf der Spieltagspressekonferenz nochmals auf die verpatzte Generalprobe ein: "Jedem muss klar sein, dass es nicht reicht, wenn man auch nur ein Prozent weniger gibt." Der 35-Jährige sah in dem "sich ergeben" gar einen "Verfall in die Steinzeit", ein Auseinanderfallen, das er nur "aus den ersten Spielen der Saison" und den letzten der vergangenen Spielzeit kenne.

Das kratzt an der Ehre. Unisono wurde klargestellt, dass man wisse, was die Stunde geschlagen hat. Sören Gonther nannte es einen "Schuss vor den Bug. Clemens Fandrich sieht die Sinne geschärft und bemüht die vergangenen Auftritte beim Kiezklub.

"Wir haben super Gedanken an die letzten Jahre auf St. Pauli, sahen meist gut aus", so Fandrich angesichts je zwei Siegen und Remis bei nur einer Niederlage seit dem Wiederaufstieg.

Fandrich: "Den Tabellenführer zu ärgern ist unsere Aufgabe und die nehmen wir an."

Darf Aue am Samstag zum (vorerst) letzten Mal ans Millerntor? St. Pauli ist Erster, der FCE Vorletzter. Die Wege könnten sich nach der Saison trennen.
Darf Aue am Samstag zum (vorerst) letzten Mal ans Millerntor? St. Pauli ist Erster, der FCE Vorletzter. Die Wege könnten sich nach der Saison trennen.  © picture point/Sven Sonntag

Der Kiez war für Aue immer ein gutes Pflaster. Nur haben die Gastgeber in der laufenden Saison zuhause alle bisherigen acht Spiele gewonnen und dabei ein Torverhältnis von 24:5 herausgespielt. Aue dagegen hat in allen 18 Partien erst 15 Tore geschossen.

Dort setzte Aue in der Winterpause an und verpflichtete Jann George sowie Prince Osei Owusu für die Offensive. Von letzterem erwartet sich Hensel viel, wie er am Donnerstag hervorhob: "Wir bringen ein enormes Vertrauen entgegen und haben lange reiflich überlegt. Wenn man seine Art und Weise sieht, passt er wie die Faust aufs Auge ins Gebirge." Inwiefern es für die Startelf reicht, ließ Hensel offen.

Ob mit oder ohne Owusu stellte der Teamchef unmissverständlich klar: "Wir wollen die Überraschung schaffen und brauchen die Punkte." Fandrich schlägt in die gleiche Kerbe: "Den Tabellenführer zu ärgern ist unsere Aufgabe und die nehmen wir an."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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