Aue in Mannheim: Diese Baustellen muss Trainer Rost noch beheben

Aue - Der FC Erzgebirge Aue zeigte in den ersten beiden Punktspielen gute Ansätze, offenbarte gleichzeitig aber Schwachstellen, was letztlich zum Auftakt in Freiburg (1:1) und daheim gegen Osnabrück (1:1) den Sieg kostete. TAG24 nennt die Baustellen, die Cheftrainer Timo Rost (43) mit seiner Mannschaft bis zum Auswärtsspiel am Mittwoch in Mannheim beheben muss.

Alexander Sorge (29) machte zuletzt bei einigen Defensivaktionen eine etwas unglückliche Figur.
Alexander Sorge (29) machte zuletzt bei einigen Defensivaktionen eine etwas unglückliche Figur.  © picture point/Sven Sonntag

Abwehr

Ob Vierer- oder Dreierkette, die Verteidigung ist noch nicht sattelfest. Bei Alexander Sorge ist der Name bisher Programm. Erst das ungeschickte Eigentor in Freiburg, dann fuhr der erfahrene 29-Jährige gegen Osnabrück beim Freistoß seinem Mitspieler Ivan Knezevic in die Parade und leitete den Konter zum 1:1 ein, an dessen Ende er auch nicht gut aussah.

"Alex genießt unser Vertrauen, aber er muss diese Fehler abstellen", fordert Rost. Zumal Sorge auch im DFB-Pokal gegen Mainz (0:3) beim 0:1 keine gute Figur machte. Er allein ist aber nicht der einzige Wackelkandidat. Auch Steffen Nkansah hatte gegen den VfL nicht seinen besten Tag.

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FC Erzgebirge Aue Wird Schmitts Klage von 2012 ihm jetzt in Aue zum Verhängnis?

Kommunikation

Auf dem Platz wird zu wenig geredet, dafür am Mikrofon umso mehr. Kapitän Dimitrij Nazarov sagte nach der Osnabrück-Partie bei "MagentaSport": "Wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten ein Zeichen setzen, aber in dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt." Jeder gegnerische Trainer muss das Zitat nur ausdrucken und in der Kabine aufhängen, um seine Elf heiß zu machen und Aue zu zeigen, wie schwer es ist, in dieser "Kackliga" Siege einzufahren.

Nazarov kritisierte zudem gegen Osnabrück den eigenen Spielstil im zweiten Durchgang, als zu oft mit hohen Bällen operiert wurde, was wiederum Rost auf den Plan rief. Als Führungsspieler müsse Nazarov genau in solchen Situationen auf seine Mitspieler einwirken, entgegnete der FCE-Coach. Ohnehin wird auf dem Platz zu wenig geredet, was auch gleich zum nächsten Problem führt.

FCE-Trainer Timo Rost (43, r.) hat die Baustellen in seiner Mannschaft durchaus erkannt. Sie schnell zu beheben und zu schließen, ist jetzt die große Kunst.
FCE-Trainer Timo Rost (43, r.) hat die Baustellen in seiner Mannschaft durchaus erkannt. Sie schnell zu beheben und zu schließen, ist jetzt die große Kunst.  © IMAGO/Frank Kruczynski

Marvin Stefaniak (27) mit zwei Treffern bisher der einzige Torschütze

Marvin Stefaniak (27, r.) musste gegen Osnabrück wegen einer Rippenprellung vom Feld.
Marvin Stefaniak (27, r.) musste gegen Osnabrück wegen einer Rippenprellung vom Feld.  © picture point/Sven Sonntag

Konteranfälligkeit

Wegen mangelnder Kommunikation lief Aue gegen Osnabrück bei eigenem Standard in den Konter. Außerdem benötigt es eine richtige Anweisung bei der Restraumverteidigung. "Die Spieler im Abwehrbereich müssen sich so stellen, dass sie nicht so einfach in einen Konter laufen", fordert Rost.

Abhängigkeit von Stefaniak

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Viel lief am Sonntag über die linke Seite, auf der Marvin Stefaniak einmal mehr bewies, dass er das Zeug zum Unterschiedsspieler hat. Der 27-Jährige ist mit zwei Treffern bisher auch der einzige Torschütze.

Am Mittwoch droht ihn eine Rippenprellung außer Gefecht zu setzen. Aber ob mit oder ohne Stefaniak: Die Offensivlast muss auf mehr Schultern verteilt sein, sonst ist Aue zu berechenbar.

Titelfoto: IMAGO/Frank Kruczynski

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