Aue-Keeper Männel hält, was zu halten ist, trotzdem hagelt es ständig Niederlagen

Aue - Martin Männel (33) ist seit Wochen nicht zu beneiden! Jedes Mal zeigt er, wieso der FC Erzgebirge Aue mittlerweile zum Zweitliga-Inventar gehört. Der Kapitän hält, was er halten kann und doch hängen bei den Veilchen am Ende die Köpfe, reiht sich Niederlage an Niederlage.

Mit einem unglaublich arroganten Elfmeter schoss Rouwen Hennings (34) Düsseldorf zum 1:0-Sieg. Der Ball ging Martin Männel (33) zwischen linkem Fuß und linken Hand ins Netz. Ärgerlich!
Mit einem unglaublich arroganten Elfmeter schoss Rouwen Hennings (34) Düsseldorf zum 1:0-Sieg. Der Ball ging Martin Männel (33) zwischen linkem Fuß und linken Hand ins Netz. Ärgerlich!  © imago images/Frank Kruczynski

Drei in Folge sind es seit dem 0:1 gegen Düsseldorf. Männel wurde Sonntagnachmittag wie immer die Aufgabe zu Teil, sich zu stellen, gezeigte Leistungen zu erklären, sie einzuordnen und zugleich Zuversicht auszustrahlen. Eine Aufgabe, um die man den 33-Jährigen derzeit nicht unbedingt beneidet.

"Sieht man das Spiel, ist es sehr ärgerlich, weil wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren", so Männel. Damit wollte er die dritte Pleite nicht schön reden. Denn selten schien Düsseldorf für Aue derart schlagbar. Aber daraus muss auch Kapital geschlagen werden. Was nicht geschah.

Das Bemühen konnte man Lila-Weiß nicht in Abrede stellen.

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Aber was nützen 53:47 Prozent an Ballbesitz, eine Laufdistanz, die mit 114,1 um 2,4 Kilometer über der des Gegners lag, und eine identische Passquote von 82 Prozent? Überhaupt nichts, wenn im entscheidenden Moment die falschen Entscheidungen getroffen werden - vorne, wie hinten.

Martin Männel scherzt wie er den Düsseldorfer Elfmeter hätte halten können

FCE-Kapitän Martin Männel (33) zeigt es an: Erst zwei Tore haben seine Kollegen auf dem Feld erzielt - das größte Problem der Auer.
FCE-Kapitän Martin Männel (33) zeigt es an: Erst zwei Tore haben seine Kollegen auf dem Feld erzielt - das größte Problem der Auer.  © imago images/Sven Sonntag

"'Pipo' will den Ball klären, sieht im Rücken nicht, dass jemand kommt. Das nimmt der Gegner gerne an", geht Männel auf den Gurkenelfmeter ein. Irgendwie kam alles zusammen. Philipp Rieses (31) ungeschickter Einsatz gegen Felix Klaus (29) und zu allem Überfluss die laxe Ausführung von Rouwen Hennings (34), der Aues Elferkiller mit seinem frechen Panenka-Schuss überwand.

"Hätte ich mir die Zehennägel nicht geschnitten, hätte ich ihn vielleicht gekriegt", nahm es Männel mit Galgenhumor: "Insgesamt war das ärgerlich, weil wir bis dahin gut drin waren."

Aue hätte seit der ersten Minute führen können, müssen. Ben Zolinski (29) und Antonio Mance (26) schickten Nicolas Kühn (21) wunderschön in den freien Raum.

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Doch mit jedem Schritt schien der Weg für den 21-Jährigen länger zu werden und letztlich scheiterte Kühn im Eins-gegen-eins an Florian Kastenmeier (24). "Dafür steht noch ein Torhüter hinten drin, diese Situation zu lösen. Man hat gesehen, dass wir uns davon überhaupt nicht beeindrucken ließen und weiter unseren Stiefel und mutig hinten heraus gespielt haben", findet Männel.

Weder sollte man den Stab über Kühn brechen, noch es allgemein an dieser einen Szene festmachen. Männel: "Teilweise sind wir um den Fünfmeterraum herum gedribbelt, in der Hoffnung, das noch etwas Besseres entsteht. Da kann man auch einfach mal schießen."

Titelfoto: imago images/Frank Kruczynski

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