Aue-Neuzugänge haben kaum Zweitliga-Erfahrung: Veilchen brauchen Geduld

Aue - Verteidigen kann der FC Erzgebirge Aue, wie der Auftakt beim 1. FC Nürnberg (0:0) zeigte. Aber auch Tore schießen? Der angekündigte Ersatz für Pascal Testroet ist auch am zweiten Spieltag noch nicht in Sicht. Dabei tut es langsam Not. Insgesamt hält sich der Kumpelverein noch sehr zurück.

Dirk Carlson (23, r.) ist der einzige Auer Neuzugang mit echter Zweitliga-Erfahrung.
Dirk Carlson (23, r.) ist der einzige Auer Neuzugang mit echter Zweitliga-Erfahrung.  © picture point/Sven Sonntag

Sam Schreck (22, FC Groningen/Leihe) ist diese Woche ins Erzgebirge gewechselt - und trifft am Sonntag gleich auf seinen Ex-Klub. Der 22-Jährige durchlief bei St. Pauli die Jugendabteilung, bevor der offensive Mittelfeldspieler 2016 vom Kiezklub zu Bayer Leverkusen und 2019 von da nach Holland wechselte.

Mit ihm hat Aue acht Neuzugänge geholt. Im Vergleich zu den Abgängen sticht aber keiner sofort heraus.

So fehlt nahezu jegliche Zweitliga-Erfahrung. Dirk Carlson (23), einer der besten am letzten Sonntag, bildet die Ausnahme.

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Beim Rest heißt es, Geduld aufzubringen und Zeit zu geben, in der 2. Liga anzukommen.

So wie Nicolas Kühn (21), der hoch veranlagten Leihgabe von Bayern München, für den die Lila-Weißen eine Kaufoption besitzen.

Weniger Wertverlust im Auer Kaderwert als letzte Saison

Kühn gab in der Vorbereitung und in Nürnberg bereits eine Kostprobe ab, bestach mit Schnelligkeit und technischer Beschlagenheit. Der 21-jährige Flügelstürmer bringt auch die Unbekümmertheit mit.

Was ihm im Gegensatz zu einem Florian Krüger noch abgeht, ist der direkte Zug zum Tor und die Zweikampfhärte. Trotzdem ist er mit 700.000 Euro Marktwert der wertvollste Zugang und macht fast ein Drittel der Neuen (2,35 Mio. Euro) aus.

Dagegen schlagen die Abgänge mit 6,58 Mio. Euro zu Buche, wobei es für Krüger eine Million Euro Ablöse gab und Testroet noch eine niedrige sechsstellige Summe einbrachte.

Wenig verwunderlich spiegelt sich der Wertverlust im Kaderwert wider, der mit 9,65 Mio. Euro (322.000 Euro pro Spieler) weniger auf die Waage bringt als letzte Saison (10,43/372000).

Wenn nicht noch der große Wurf für den Sturm gelingt, reiht sich Aue im Liga-Vergleich direkt hinter Dynamo Dresden (11,3 Mio.) nur als 16. ein.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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