Aue: Scheinbar sichere Situation weckt vor dem KSC-Spiel Erinnerungen an vor zwei Jahren

Aue - Wer jetzt immer noch behauptet, Aue spiele eine gute Saison, der betreibt Augenwischerei. Es ist maximal eine solide, auch weil der FCE auswärts weiterhin Kanonenfutter bleibt. Das 0:3 in Heidenheim war der beste Beweis dafür. Nun müssen die Veilchen aufpassen, nicht gänzlich abzurutschen.

FCE-Trainer Dirk Schuster muss mit seiner Elf aufpassen, dass er trotz derzeit sicherer Aktion nicht vergisst, den letzten Schritt zu gehen. Ein Sieg zum Klassenerhalt fehlt noch.
FCE-Trainer Dirk Schuster muss mit seiner Elf aufpassen, dass er trotz derzeit sicherer Aktion nicht vergisst, den letzten Schritt zu gehen. Ein Sieg zum Klassenerhalt fehlt noch.  © picture point/Sven Sonntag

Mit dem KSC kommt am Sonntag ein Gegner, der im Erzgebirge nur eins will: Revanche.

Neunter, 38 Punkte, nur noch fünf Spiele. Was soll denn da noch schiefgehen? Das denken nicht wenige in und um Aue.

Doch wer diese Möglichkeit mit einem müden Lächeln abtut, der sollte sich zwei Jahre zurückerinnern. 

Da hatte Aue nach 29 Spieltagen einen Punkt mehr als jetzt, holte aus den fünf verbleibenden Partien einen Zähler und rettete sich gerade so in die Relegation. 

Damals hatte der FCE drei Auswärts- und zwei Heimspiele. Diesmal ist es genau andersherum. Damals wie heute fehlt(e) nur ein Dreier.

Im Frühjahr 2018 war nach dem Sieg gegen St. Pauli (2:1) im Gefühl des sicheren Klassenerhaltes die Einstellung schlichtweg zu lasch. Eine altes Veilchen-Phänomen. Wenn es vermeintlich keinen Druck gibt, liefert Aue nicht. Ähnlich ist es jetzt. Ohne dieses gnadenlose Gewinnenmüssens geht oft nix. Wie 2018: Nach dem 0:2 in Bielefeld hieß es: Naja, passiert.

Das 1:3 gegen Duisburg danach wurde auch noch als Ausrutscher abgetan. Nach dem 1:2 in Bochum begann das Flattern, was in einem torlosen Grottenkick gegen Dresden endete. Aus zu lasch wurde Angst, wurde Verkrampfung. Am Ende ging es ans Böllenfalltor. Der Skandal beim 0:1 von Darmstadt, mit Dirk Schuster damals als Trainer, kam hinzu.

Das war sein erster Streich: Sören Bertram (r.) trifft per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:0 in der Relegation gegen KSC-Keeper Benjamin Uphoff. Bertram traf auch zum 2:1 und 3:1.
Das war sein erster Streich: Sören Bertram (r.) trifft per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:0 in der Relegation gegen KSC-Keeper Benjamin Uphoff. Bertram traf auch zum 2:1 und 3:1.  © Picture Point/Gabor Krieg

Das Ende war die Relegation. Gerade noch so. Als es plötzlich um etwas ging, war Aue wieder hellwach und lieferte. Beim 0:0 in Karlsruhe passte Moral und Abwehr, im Rückspiel passte vor allem Sören Bertram. Mit seinen drei Toren beim 3:1 wurde er zum Erzgebirgs-Held und ließ den KSC im Tal der Tränen zurück.

Die Badener stiegen im Vorjahr auf, stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand und wollen eins nicht: Wieder verlieren. Karlsruhe kommt mit Wut und Entschlossenheit. Aue muss dagegen halten, mit Wille, Einsatz und mit Mentalität. Zu lasch würde nur die Befürchtungen ans schaurig schöne 2018 vergrößern.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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