Aue-Spieler Fandrich war der erste "Bulle": "Ich wurde nie angefeindet!"

Aue - Anthony Barylla (24) ist Veilchen Nummer fünf, Trainer Aleksey Shpilevski (33) Nummer sechs, die eine Vergangenheit bei RB Leipzig haben. Der erste war im Januar 2015 Clemens Fandrich (30), er wechselte direkt von den noch immer eher unbeliebten Roten Bullen in den Schacht. "Ich war begeistert, wie offen ich empfangen wurde", sagt der 30-Jährige.

Clemens Fandrich (30) wechselte im Januar 2015 von RB Leipzig nach Aue, ging danach im Mai für ein Jahr nach Luzern, kam 2016 zurück - und blieb.
Clemens Fandrich (30) wechselte im Januar 2015 von RB Leipzig nach Aue, ging danach im Mai für ein Jahr nach Luzern, kam 2016 zurück - und blieb.  © picture point/Sven Sonntag

Ihm folgten Tom Nattermann (28), John Patrick Strauß (25), Erik Majetschak (21) und jetzt eben Barylla und Shpilevski. Auch Ex-Trainer Thomas Letsch (52) kannte sich im RB-Kosmos aus, er trainierte die Jugend in Liefering und Salzburg. Während Fans anderer Vereine selbst bei Spielern aufbegehren, wenn nur ein Hauch Brauseclub zu spüren ist, blieb es in Aue in der Beziehung von Anfang an ruhig.

"Ich hatte zwar keine Angst davor, aber schon ein bisschen Respekt. Nie, aber auch wirklich nie, habe ich etwas Böses gehört oder wurde gar wegen meiner Vergangenheit angefeindet. Ich war super positiv überrascht", so Fandrich. "Wenn du Leistung bringst, spielst du dich ohnehin in die Herzen", lacht er.

"Fanne" ging nach dem Abstieg im Mai 2015 für ein Jahr nach Luzern, ein Jahr später kam er und blieb.

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"Das wäre ganz sicher nicht passiert, wenn ich schlechte Erinnerungen gehabt hätte. Aber das Gegenteil war der Fall. Ich habe mich in Aue mit den Fans immer sehr wohl gefühlt", so der Mittelfeldspieler.

Aue-Kicker Fandrich freut sich über Neuzugänge aus Leipzig

Zwei mit RB-Vergangenheit: John Patrick Strauß (25, l.) und Clemens Fandrich.
Zwei mit RB-Vergangenheit: John Patrick Strauß (25, l.) und Clemens Fandrich.  © imago images/Contrast

Dass Aue einer der wenigen Vereine ist, der sich auch bei RB immer wieder umschaut, freut Fandrich: "Klar, du musst in allererster Linie auf deinen Nachwuchs schauen, dort gibt es auch viele Talente. Aber bei RB schaffen es nicht viele vom Nachwuchs in den Herrenbereich, der Champions-League-Ambitionen hat. Nach Aue und Dresden sind es von Leipzig aus eine Stunde Fahrtweg. Das ist heutzutage nix. Den Weg zu uns zu gehen und sich zu entwickeln, ist doch nicht verkehrt. Leute aus deren Jugend sind einfach top ausgebildet", sagt er und verweist auf Patrick Strauß, der vor drei Jahren kam und mittlerweile unumstritten ist.

Jetzt kommt mit Aleksey Shpilevski ein Trainer, dem der Leipziger Spielstil vertraut ist. "Wir sind uns zu meiner Zeit dort ab und an über den Weg gelaufen, ich kannte sein Gesicht."

Jetzt ist "Fanne" gespannt, wie viel RB-Schule im Aue Spiel auftauchen wird. Beim ersten Versuch mit Letsch ging es schief.

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"Ich weiß, aber das war etwas anderes. Ich freue mich sehr auf ihn", so Fandrich.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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