Aue-Trainer Shpilevski positiv überrascht vom Team: "Ich hatte schon Bauchschmerzen"

Aue - Seit zwei Wochen ist der Neue im Amt. FC Erzgebirge Aues Trainer Aleksey Shpilveski (33) bereitet seine Mannschaft akribisch auf den Saisonstart in drei Wochen vor. Viel Zeit bleibt dem 33-Jährigen daher nicht, den Veilchen eine neue Spielkultur zu implantieren. Im TAG24-Interview hat er verraten, dass er mit den bisherigen Tagen im Erzgebirge zufrieden ist.

Aues Coach Aleksey Shpilevski (33) schaut hinter der Taktiktafel hervor, seine Spieler hören aufmerksam zu. Der 33-Jährige ist dabei, dem FCE eine neue Spielkultur einzuimpfen.
Aues Coach Aleksey Shpilevski (33) schaut hinter der Taktiktafel hervor, seine Spieler hören aufmerksam zu. Der 33-Jährige ist dabei, dem FCE eine neue Spielkultur einzuimpfen.  © Picture Point/Roger Petzsche

TAG24: Wie ist Ihr erster Eindruck vom Team?

Shpilevski: "Positiv, überraschend gut. Ich musste eine Analyse der letzten Saison erstellen. Darum hatte mich Präsident Helge Leonhardt gebeten. Da hatte ich ehrlich gesagt schon meine Bauchschmerzen, meine Bedenken. Das hat sich nicht bestätigt im Live-Eindruck. Die Jungs sind total offen. Wie sie es machen, mit welcher Offenheit und Leidenschaft, mit welcher Bereitschaft und Hingabe für Neues, ist schon beachtlich. Auch die Mitarbeiter im gesamten Team sind total nett. Man merkt von der ersten Sekunde an, dass dies eine kleine Familie ist."

TAG24: Sie sagen, Sie hatten Bauchschmerzen. Inwiefern?

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Shpilevski: "Vielleicht deswegen begründet, das ich meine gewissen Vorstellungen habe vom Großen und Ganzen von der Sichtweise auf den Fußball. Vor allem von der Intensität her. Die war schon sehr, sehr gering in allen Phasen. Ich war in der Vergangenheit anderes gewohnt. Man muss aber auch die Hintergründe wissen. Die wusste ich nicht. Deswegen habe ich die Mannschaft so übernommen wie sie ist. Das sind total coole Jungs, die das einfach annehmen. Das stimmt mich positiv. Ich sehe in den ersten zwei Wochen schon große Fortschritte nach vorn."

TAG24: Mit Thomas Letsch war 2017 ein Trainer in Aue, der ebenfalls versucht hat, eine gewisse RB-Note ins Auer Spiel zu bekommen. Er ist gescheitert. Sie leben den Leipziger Stil ebenfalls vor. Haben Sie das Selbstvertrauen zu sagen, bei mir geht es gut?

Shpilevski: "Ja, gut. Es gibt ja verschiedene Arten, die RB-Philosophie umzusetzen, anzuwenden, zu implementieren auf die Mannschaft. Man muss schauen, was hat man an Spielern da, wozu sind sie fähig, können sie deine Idee umsetzen. Davon mache ich es abhängig. Ich bin wirklich selbstbewusst zu sagen, dass ich auf die Mannschaft bezogen einen angepassten Plan habe. Ob ich 1:1 das spielen will, möchte und werde, wie es der Vorgänger gemacht hat, verrate ich nicht."

Wird der Kader des FC Erzgebirge Aue noch erweitert?

Jonglieren muss Aleksey Shpilevski (33) in Aue können. Das Geld sitzt nicht locker, trotzdem benötigt er noch neue Spieler - und wird wohl auf der anderen Seite noch einige abgeben wollen.
Jonglieren muss Aleksey Shpilevski (33) in Aue können. Das Geld sitzt nicht locker, trotzdem benötigt er noch neue Spieler - und wird wohl auf der anderen Seite noch einige abgeben wollen.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Können Sie zumindest verraten, ob Sie für Ihr System noch Spieler brauchen oder gehen Sie mit dem jetzigen Kader in die Saison?

Shpilevski: "Nein, wir suchen noch Spieler, die zu unserer Spielidee passen. Wir müssen aber auch perspektivisch denken, man darf auch die finanzielle Seite nicht vergessen. Das hat man bei Florian Krüger gesehen, dass wirtschaftlich gesehen durch eine gute Arbeit auch eine gewisser Geldbetrag dem Verein zufließen kann. So suchen wir die Spieler aus und wollen sie für uns gewinnen."

TAG24: Mit Nicolas Kühn kam ein Spieler von den Bayern. Ist das einer, den Sie sich gewünscht haben?

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Shpilevski: "Ja! Nicolas kenne ich ja schon aus RB-Zeiten. Ihn hat man damals in der ,U15' geholt für nicht wenig Geld. Ich habe seine brutale Qualitäten noch im Kopf, vor allem in der Offensive. Die kann man nicht erlernen in diesem Alter. Er ist ein sehr sensibler Spieler, der die Unterstützung des Trainers braucht. Die bekommt er von mir. Wenn sich ,Nic' komplett öffnet und zu seiner alten Stärke zurückfindet, ist Aue die richtige Adresse für ihn."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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