Aue-Übergangscoach Hensel will mit einer Flutlichtschlacht die Rote Laterne loswerden

Aue - Letztes Jahr rühmte sich der FC Erzgebirge Aue noch dafür, der einzig verbliebene Zweitligist zwischen Zinnowitz und Fichtelberg zu sein. Aue hielt für die Ost-Klubs die Fahne hoch. Seit geraumer Zeit ist es die Rote Laterne.

Marc Hensel (35) als Interimscoach am 23. August 2019 beim 0:0 unter Flutlicht gegen Stuttgart. Der 35-Jährige könnte es sich nicht verzeihen, mit Aue abzusteigen. Deshalb muss er mit seinen Jungs jetzt mächtig Gas geben.
Marc Hensel (35) als Interimscoach am 23. August 2019 beim 0:0 unter Flutlicht gegen Stuttgart. Der 35-Jährige könnte es sich nicht verzeihen, mit Aue abzusteigen. Deshalb muss er mit seinen Jungs jetzt mächtig Gas geben.  © Frank Kruczynski

"Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir", heißt es seit dem 0:3 in Kiel am fünften Spieltag. Die Veilchen können sie nur loswerden, wenn am Freitag dem Hamburger SV Punkte abgetrotzt und Ingolstadt am Sonntag auf Schalke Federn lässt.

"Freitagabends haben wir schon tolle Schlachten geschlagen. Als Spieler und Trainer habe ich teilweise Unfassbares gesehen", strahlt Interimstrainer Marc Hensel (35) Zuversicht aus. Man denke an das 0:0 gegen den VfB Stuttgart vor zwei Jahren.

Hensel hatte für den beurlaubten Daniel Meyer (42) übernommen und dem damaligen Erstliga-Absteiger, der als haushoher Favorit ins Lößnitztal angereist kam, ein Remis abgerungen.

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Seinerzeit für den VfB verantwortlich war der heutige HSV-Coach Tim Walter (45). Der VfB verzweifelte dereinst am FCE-Abwehrbollwerk und schieren Willen der Lila-Weißen, die von den zum Bersten gefüllten Zuschauerrängen aus über 90 Minuten gepusht wurde.

Hensel: "Wir brauchen unsere Zuschauer. Wenn ich sehe, wie in Regensburg über die gesamte Zeit Betrieb gemacht wurde und uns das getragen hat, das ist brutal."

Aue-Interimstrainer Hensel: "Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten!"

Gegen Stuttgart feierte die Mannschaft damals den Punkt ausgelassen mit den eigenen Fans im Stadion.
Gegen Stuttgart feierte die Mannschaft damals den Punkt ausgelassen mit den eigenen Fans im Stadion.  © picture point/Sven Sonntag

Was Aue ebenso dringend benötigt sind Punkte. Da Sandhausen (2:1 in Hannover) sowie Kiel (2:1 in Paderborn) am Wochenende gewannen, geht es auf einem Abstiegsplatz in die anstehende Länderspielpause.

Das Gefühl unten drin zu stehen, kennt nicht jeder in Aue, erst recht nicht nach den letzten drei Jahren. Auf Dauer ist dieser Zustand zermürbend.

"Es ist ein richtig bescheidener Negativlauf. Dem müssen wir uns stellen. Niemand darf sich aus der Affäre ziehen, sondern wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten!", fordert Hensel.

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Der 35-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er genau dies an vorderster Front tun wird.

"Ich könnte es mir mein Leben lang nicht verzeihen, mit Aue abzusteigen, weil das hier für mich eine ganz besondere Nummer ist."

Titelfoto: Frank Kruczynski

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