Aues Dirk Carlson als Turm in der Schlacht! "Jeder kann auf den anderen zählen"

Aue - Auf Festungsbau verstehen sich die Luxemburger. Die imposanten Wehranlagen der Stadt Luxemburg zeugen davon - und die reife Abwehrleistung von Verteidiger Dirk Carlson (23) beim torlosen Remis beim 1. FC Nürnberg. Der Turbanträger war für den FC Erzgebirge Aue der Turm in der Schlacht.

Turbanträger Dirk Carlson (23, vorn) im Kopfballduell mit Nürnbergs Erik Shuranov (19). Die meisten seiner Zweikämpfe gewann Aues Verteidiger.
Turbanträger Dirk Carlson (23, vorn) im Kopfballduell mit Nürnbergs Erik Shuranov (19). Die meisten seiner Zweikämpfe gewann Aues Verteidiger.  © picture point/Sven Sonntag

Bezeichnend war die Szene in der 83. Minute. Carlson ging im eigenen Strafraum dazwischen und drosch die Kugel, so weit es ging, weg ins Seitenaus. Danach machte der Muskel zu. Bei letztlich elf, zwölf abgespulten Kilometern kein Wunder.

"Zum ersten Mal in meiner Karriere habe ich während des Spiels Krämpfe bekommen. Ich lag da, konnte nicht mehr, aber die Jungs sind sofort gekommen und haben gesagt: 'Dirk du musst weitermachen'. Das pusht und man blendet danach alles aus", rappelte sich Carlson wieder auf: "Als wir nach dem Abpfiff im Kreis zusammenstanden, habe ich Gänsehaut bekommen. Der Zusammenhalt in der Truppe ist riesig."

Das Spiel bot Krampf und Kampf. Auch da wusste sich der gebürtige US-Amerikaner mit luxemburgischem Pass auszuzeichnen. Carlson gewann elf Zweikämpfe und vier Luftduelle.

Übergangscoach Hensel: Wechselhafter Auftritt von Erzgebirge Aue
FC Erzgebirge Aue Übergangscoach Hensel: Wechselhafter Auftritt von Erzgebirge Aue

Gemeinsam mit Sören Gonther (34) und Gaetan Bussmann (30) hielt der A-Nationalspieler aus dem Großherzogtum die nach dem kurzfristigen Ausfall von Florian Ballas (28) neuformierte Abwehr dicht.

Aue-Verteidiger Carlson: "Man fühlt sich wie in einer Familie, in der einer für den anderen kämpft"

"Wenn jemand ausfällt, kommt nicht der zwölfte, dreizehnte oder vierzehnte Mann rein, sondern wir sind ein Team, in dem man auf jeden zählen kann", hebt Carlson hervor.

Jenes Mannschaftsgefühl imponiert dem 23-Jährigen: "Nach einer Woche dachte ich, es seien bereits drei Monate. Man fühlt sich wie in einer Familie, in der einer für den anderen kämpft."

Am Wochenende gegen St. Pauli dann erstmals in dieser Saison im Erzgebirgsstadion.

Carlson: "Der Schacht ist unsere Festung. So sollte es sein und da liegt es an uns, die drei Punkte zu Hause zu behalten."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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