Aues Interimstrainer Marc Hensel: "Wir werden um den Sieg gebracht!"

Aue - Interimstrainer Marc Hensel (35) ist für seine emotionale Art bekannt. Ihm gelang es damit, beim FC Erzgebirge Aue neues Feuer zu entfachen und ihm sportliches Leben einzuhauchen. Das dramatische 1:1 gegen den Hamburger SV ging dem 35-Jährigen sichtlich an die Nieren.

Die Auer Spieler feierten trotz des späten Ausgleichs eine Art "Wiedervereinigung" mit den Fans.
Die Auer Spieler feierten trotz des späten Ausgleichs eine Art "Wiedervereinigung" mit den Fans.  © Picture Point / Sven Sonntag

Dass er sich danach auf der Pressekonferenz mächtig auf die Zunge biss, hatte aber rein gar nichts mit dem bitteren Ausgleich in der 94. Minute zu tun.

"Ich muss ganz genau überlegen, was ich hier sage und in welchem Ton", holte Hensel aus: "Ich bin sehr, sehr stolz auf das, was wir in Aue leben und als Region jeden Tag erarbeiten. Die Mannschaft hat genau das auf den Platz bekommen. Die Verbindung zwischen Fans und Mannschaft war gigantisch."

So weit, so gut. Hensel redete sich nicht in Rage. Sein Ton blieb ruhig, aber bestimmt und vor allem deutlich. Hensel: "Ich bin schon ein paar Jahre dabei. Wir werden um den Sieg gebracht!" Adressiert war die Kritik an Schiedsrichter Lasse Koslowski (34). Nicht nur die vierminütige Nachspielzeit sorgte für Missmut.

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Denn dem Unparteiischen entglitt die Partie schon früh. Eine klare Linie - Fehlanzeige! Das kulminierte in der 69. Minute. Soufiane Messeguem (20) wurde für ein Foul an Sonny Kittel (28) mit glatt Rot vom Platz gestellt.

Gelb hätte es wohl auch getan. Vorausgegangen waren energische Proteste der Hamburger und hitzige Wortgefechte.

Da war's passiert: Schiri Lasse Koslowski (34, r.) zeigt Soufiane Messeguem (20, l.) die Rote Karte.
Da war's passiert: Schiri Lasse Koslowski (34, r.) zeigt Soufiane Messeguem (20, l.) die Rote Karte.  © imago images/Frank Kruczynski
FCE-Interimstrainer Marc Hensel (35) hätte die Uhr gegen den HSV gern etwas vorgedreht.
FCE-Interimstrainer Marc Hensel (35) hätte die Uhr gegen den HSV gern etwas vorgedreht.  © Picture Point / Sven Sonntag

Erzgebirge Aues Abwehrspieler Sören Gonther spitzelt gegen den HSV

Die Hamburger um Coach Tim Walter (45, 5.v.l.) forderten nach dem Foul von Soufiane Messeguem (20, Nummer 18) vehement Rot - was die Auer wiederum erzürnte.
Die Hamburger um Coach Tim Walter (45, 5.v.l.) forderten nach dem Foul von Soufiane Messeguem (20, Nummer 18) vehement Rot - was die Auer wiederum erzürnte.  © DPA/Robert Michael

Nach Spielende ging es weiter, lagen die Nerven noch immer blank.

"Es ist viel Hektik nach dem Spiel. Ich bin kein Kind von Traurigkeit und sicherlich auch im Disput mit Tim Leibold, das war auch von mir nicht alles ganz in Ordnung", zupfte sich Sören Gonther (34) bei "Sky" an die eigene Nase, bevor er an HSV-Coach Tim Walter (45) gerichtet sagt.

"Wenn ich den gegnerischen Trainer sehe, dann muss ich sagen: Da fehlen mir die Worte. Wie er sich im Disput mit mir als gegnerischem Spieler verhält. Ich sage nicht, was gefallen ist, aber er weiß es ganz genau. In meinen Augen ist das höchst respektlos."

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Gonther hatte noch eine Spitze parat: "Genau deswegen sind die auch immer noch in der 2. Liga."

Für Aue dagegen geht es darum, genau diese Klasse zu halten. "Wir sind stabil, werden gegen alle Widerstände ankämpfen, zusammenhalten und es am Ende schaffen!", stellt Hensel klar.

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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