Aues Kalig nach 20 Monaten endlich zurück: "Foxer" will um seinen Platz kämpfen!

Aue - Als am 18. Oktober 2019 das Heimspiel vom FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Nürnberg beendet war, hüpfte Fabian Kalig (28) ausgelassen mit seinen Kollegen durchs Stadion. 4:3 im Spiel der Saison gegen den Club. Dass es seine bis heute letzte Partie sein würde, ahnte "Foxer" damals nicht. Nun ist er nach 20 Monaten wieder da und will seinen Platz im Team zurück.

Obligatorischer Laktattest! Die erste Einheit der neuen Saison absolvierte auch Fabian Kalig auf dem Laufband.
Obligatorischer Laktattest! Die erste Einheit der neuen Saison absolvierte auch Fabian Kalig auf dem Laufband.  © FCE/Ronny Graßer

Aber: Läuft Kaligs Vertrag nicht am 30. Juni aus? "Ja, aber ich gehe davon aus, dass ich bleiben darf", sagt der 28-Jährige. Die Anzeichen sind da, sonst würde er nicht mittrainieren.

Mittrainieren - wie das klingt. 20 Monate war nicht daran zu denken. In der Woche nach der Nürnberg-Partie verletzte er sich am Knie. Knorpelschaden. "Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich so lange ausfallen werde", blickt Kalig zurück. "Aber jeder weitere Arztbesuch, jede weitere Meinung eines Mediziners machte klar: Ich muss unters Messer und es wird dauern."

Zweimal wurde er operiert, die Reha war unendlich. Zermürbend für den Kopf. "Dass die Verletzung das Ende sein könnte, hatte ich nie gedacht. Ich wusste halt nur, ich muss mich gedulden", so der gebürtige Wiesbadener, der seit 2016 in Aue ist.

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"Es waren Dinge dabei, die mich aufgebaut haben", sagt der Publikumsliebling.

Am 18. Oktober 2019 gewann der FCE Aue in einer denkwürdigen Partie mit 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Nach am Abpfiff schrie Fabian seine Freude heraus und klatschte mit den Fans ab. Eine Woche später verletzte sich "Foxer" im Training - der Beginn einer 20-monatigen Zwangspause.
Am 18. Oktober 2019 gewann der FCE Aue in einer denkwürdigen Partie mit 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Nach am Abpfiff schrie Fabian seine Freude heraus und klatschte mit den Fans ab. Eine Woche später verletzte sich "Foxer" im Training - der Beginn einer 20-monatigen Zwangspause.  © imago images/Eibner

Fabian Kalig hat ein großes Vorbild

Endlich zurück auf dem Rasen! Fabian Kalig (r.) im Training gegen Philipp Riese.
Endlich zurück auf dem Rasen! Fabian Kalig (r.) im Training gegen Philipp Riese.  © Picture Point/Roger Petzsche

Diesen Status hat er sich durch seinen nimmermüden Einsatz, seine zurückhaltende, freundliche Art erarbeitet. So etwas mögen sie im Erzgebirge. "Ich saß irgendwann im Stadion, 'Pipo' Riese schoss ein Tor, danach kam er an die Tribüne und hat mit mir abgeklatscht. Das tat schon gut", grinst Kalig.

Da waren auch noch Freunde und seine Familie. "Meine Frau und ich sind im Dezember Eltern geworden. Unsere kleine Lotte kam. Mit ihr haben sich ohnehin die Prioritäten verschoben. Ein Traum", lacht er. Für sie, seine Frau und alle, die ihn unterstützt haben, will er sich nun ins Zeug legen, will es wieder schaffen, "ein Teil der Mannschaft zu werden".

Und Kalig hat dabei ein Vorbild: Steve Breitkreuz (29)! "Steve hatte es ähnlich erwischt, er hat gekämpft, nie aufgegeben, war fast genauso lange weg. Er hat es geschafft in der letzten Saison. Es gab sicher wenige, die ihm das zugetraut hatten. Bei mir geht es vielen auch so. Ich will es ihnen zeigen, will zurück."

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Aus Kaligs Worten klingt Kampf. Deshalb lieben ihn die Fans. Bald will er wieder mit ihnen Siege bejubeln.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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