Aues Ben Zolinski: "So einfache Fehler darfst du in keiner Liga machen"

Aue - Selten ist der FC Erzgebirge Aue in der kompletten Bundesrepublik dermaßen im Gespräch gewesen, wie nach dem 3:8 gegen den SC Paderborn. So ein Ergebnis erlebt man auch nicht aller Tage. Torreicher ging es in der 2. Liga nur 1996/97 beim 7:6 zwischen Kaiserslautern und Meppen zu.

Ben Zolinski hadert und schreit. Er bereitete zwei Treffer vor, konnte aber die derbe Klatsche nicht verhindern.
Ben Zolinski hadert und schreit. Er bereitete zwei Treffer vor, konnte aber die derbe Klatsche nicht verhindern.  © picture point/Sven Sonntag

Vergleichbare Watschn bekamen die Lila-Weißen zu Hause bisher von Eintracht Frankfurt (0:5), Fürth (2:6) oder Bochum (1:5) verpasst.

Aber drei eigene Tore erzielt und verloren - da ist jedes Veilchen geknickt. "Wir sind gut hineingekommen und nach zwei schnellen Toren denkst du, du bist auf einem guten Weg", meint Ben Zolinski (29).

Der Ex-Paderborner war am schnellsten Doppelpack der FCE-Geschichte von Dimitrij Nazarov (31, 1./4. Minute) maßgeblich beteiligt gewesen. So ein früher Schlag ins Gästekontor hat auch Seltenheitswert. Die restlichen Minuten bis zur Halbzeit auch.

"Was wir dann gemacht haben, ist schwer in Worte zu fassen. So einfache Fehler darfst du in keiner Liga machen. Das müssen wir auf jeden Fall ansprechen und analysieren. Das geht so nicht!", findet Zolinski angesichts der vier Gegentore vor dem Pausentee.

Zum Schluss war es nur noch zum Verstecken: Ben Zolinski.
Zum Schluss war es nur noch zum Verstecken: Ben Zolinski.  © picture point/Sven Sonntag

Ben Zolisnki "Most Pressed Player"

Der Ex-Paderborner machte gegen seine alten Kollegen durchaus ein gutes Spiel. Am Ende saß Ben Zolinski dennoch auf dem Boden.
Der Ex-Paderborner machte gegen seine alten Kollegen durchaus ein gutes Spiel. Am Ende saß Ben Zolinski dennoch auf dem Boden.  © picture point/Sven Sonntag

Die Offensive hatte am Totalausfall den geringsten Anteil, stand aber permanent unter Gegendruck, allen voran Zolinski. Als Ballführender sah er sich laut Bundesliga.com mit 34 Pressingsituationen konfrontiert, was Zolinski zum "Most Pressed Player", umgangssprachlich den Spieler, der am häufigsten gepresst wurde, machte.

Trotzdem schenkte der 29-Jährige den Veilchen gemeinsam mit Nazarov nach dem Seitenwechsel nochmal neue Hoffnung, indem er gegen seinen früheren Teamkollegen Sebastian Schonlau einen Strafstoß herausholte, den Nazarov zum 3:4 einschweißte.

"Wir kommen gut aus der Halbzeit, machen dann aber wieder einen schlimmen Fehler. Ohne einen an die Wand zu nageln, denn gewinnen und verlieren zusammen, aber das darf nicht passieren", ärgert sich Zolinski gleich doppelt: "Ich wollte alles reinhauen und gegen die alten Kollegen gewinnen. Wenn du dann so eine Reibe kriegst, tut das doppelt weh."

Zudem wurde durch das 3:8 bei manchem FCE-Fan Kredit verspielt, wie die Kommentare in den sozialen Medien erahnen lassen. Zolinski: "Es tut mir für die Fans leid, dass wir so eine Leistung abgeliefert

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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