Daumen hoch vom Boss! Doch Aue-Trainer Shpilevski erwartet und braucht Verstärkung(en)

Aue - Gier, gute Hingabe und offen für die Vorgaben des Trainerteams: Zweitliga-Neuling Aleksey Shpilevski (33) zog nach dem Punktgewinn beim 1. FC Nürnberg ein positives Fazit zum Auftritt seines FC Erzgebirge Aue.

Von FCE-Boss Helge Leonhardt (62, l.) gab's für Trainer Aleksey Shpilevski (33) einen Schulterklopfer und einen festen Händedruck.
Von FCE-Boss Helge Leonhardt (62, l.) gab's für Trainer Aleksey Shpilevski (33) einen Schulterklopfer und einen festen Händedruck.  © imago images/Zink

"Der Plan ging gut auf, gegen einen Gegner mit guten Einzelkönnern. Da nehmen wir den Punkt gern mit", so Shpilevski.

Den Qualitäten eines Johannes Geis, Tim Handwerker oder dem dribbelstarken Mats Möller-Daehli begegnete Aue mit Kompaktheit und langen Bällen. Im Angriff spielte Aue 3-3-1-3, was gegen den Ball zur Fünferkette wurde. Das Zentrum war mit Doppelsechs abgeschirmt.

Vorne wurde versucht, über die schnellen Außen Nicolas Kühn und Omar Sijaric Nadelstiche zu setzen. Shpilevski: "Wir wollten Nürnberg wehtun, wussten um ihre Schwächen. Nutzen wir die Chancen effizienter, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen."

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Aber wirklich nur vielleicht. Denn dafür brachte Nürnberg spielerisch mehr auf die Planche und konnte für den Angriff nach dem Seitenwechsel mit einem Manuel Schäffler oder Robin Hack mehr zugeben.

Jan Hochscheidt wird monatelang fehlen

Dort muss Aue zwingend handeln. "Wir erwarten schnellstmöglich Verstärkung", sagte Shpilevski. Helge Leonhardt hätte er dies nach Spielende gleich beim Abklatschen oder dem Gang in die Katakomben des Max-Morlock-Stadions einschärfen können. Denn der Klubchef saß das gesamte Spiel rechts auf der Wechselbank, suchte die Nähe. Unter Shpilesvskis Vorgänger Dirk Schuster wäre das undenkbar gewesen.

"Ich habe eine Mannschaft gesehen, die von der Einstellung her top war, wo jeder vollen Einsatz und Emotionen zeigte. Wie sie sich in der Kabine gegenseitig gepusht haben, fand ich klasse", gab es von Leonhardt das "Daumen hoch".

Er weiß aber auch: Einstellung, Leidenschaft und Emotionen sind wichtig, genauso bedeutsam ist aber auch eine tiefe Bank. Und die hat Aue nicht. Im Angriff drückt der Schuh, gab Ben Zolinski den Mittelstürmer, weil noch kein bezahlbarer Nachfolger für "Auslaufmodell" Pascal Testroet gefunden wurde.

Dazu fehlen welche, die die Bälle nach vorne tragen können und auch mal was Verrücktes bewerkstelligen, wie Unterschiedsspieler Jan Hochscheidt, bei dem im Training die Kniescheibe raussprang. Er wird monatelang fehlen. Antonio Jonjic, in der Vorbereitung links eingeplant, fällt mit Bänderriss im linken Sprunggelenk vorübergehend aus.

Titelfoto: imago images/Zink

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