Erzgebirge Aue ist noch immer auf der Suche nach sich selbst

Aue - Der Aufbau der neuen Mannschaft im Juni, der Blick auf den Spielplan Ende des Monats: Es war zu befürchten, dass der FC Erzgebirge Aue nicht sorgenfrei in die Saison starten wird. 16 Spieler verpflichtet und ein Auftaktprogramm, dass es in sich hat. Es kam, wie es kommen musste. Nach dem alles in allem vermeidbaren 0:1 in Mannheim ist Aue noch immer auf der Suche nach sich selbst.

Da hat es eingeschlagen hinter Philipp Klewin (28). Kurz vor Schluss köpfte Marten Winkler (19) völlig unbedrängt ein.
Da hat es eingeschlagen hinter Philipp Klewin (28). Kurz vor Schluss köpfte Marten Winkler (19) völlig unbedrängt ein.  © IMAGO/HMB-Media

In Freiburg, gegen Osnabrück, in Mannheim, gegen Wiesbaden, in Saarbrücken, gegen Dresden. Während andere Vereine - Dynamo zum Beispiel - einen Spielplan haben, der ein Hineinfinden in die Serie erlaubt, ging und geht es für Aue Schlag auf Schlag. Sechs der sieben, acht Topteams gleich zu Beginn.

Für eine neu formierte Mannschaft eine Herkulesaufgabe. Beim Waldhof waren nur Phillip Klewin (28), Erik Majetschak (22) und Dimitrij Nazarov (32) aus der alten Saison übrig geblieben.

Die Abläufe stimmen daher noch nicht, können sie nach vier Pflichtspielen auch nicht. Aber der FCE muss sich beeilen, das hinzubekommen. Sonst fährt der Zug ganz schnell in eine andere Richtung.

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FC Erzgebirge Aue Männel oder Nazarov: Wer ist denn nun der Aue-Kapitän?

Was dazu kommt: Immer wieder schlagen sich die Veilchen selbst. Gegen Freiburg (1:1) ein Eigentor von Alexander Sorge (29), gegen Osnabrück (1:1) ein schlecht verteidigter Konter und in Mannheim ein Blackout von Erik Majetschak (22).

Er holte Mitte der eigenen Hälfte im Torhüter-Stil einen langen Ball vom Himmel. Eine unsinnige Aktion, die auch gut und gerne hätte Rot sein können. Es gab Freistoß.

Erik Majetschak (22, l., gegen Mannheim Dominik Martinovic, 25) machte eigentlich ein gutes Spiel, wenn da dieses unsinnige Handspiel nicht gewesen wäre.
Erik Majetschak (22, l., gegen Mannheim Dominik Martinovic, 25) machte eigentlich ein gutes Spiel, wenn da dieses unsinnige Handspiel nicht gewesen wäre.  © picture point/Sven Sonntag

Aue-Coach Rost: "Wir müssen zusehen, dass wir trotz der vielen neuen Spieler zeitnah Siege einfahren"

Aue-Trainer Timo Rost (43) weiß: Es müssen zeitnah Siege her.
Aue-Trainer Timo Rost (43) weiß: Es müssen zeitnah Siege her.  © picture point/Sven Sonntag

Doch hätte es diesen überhaupt geben dürfen? Denn die Szene hatte einen weiteren strittigen Fakt. Dominik Martinovic (25) stand bei eben jenem langen Ball im Abseits. "Doppelt bitter für uns", haderte Aues Trainer Timo Rost (43).

Warum dann allerdings beim fälligen Freistoß vier Minuten vor Schluss keiner, aber auch wirklich keiner bei Marten Winkler (19) stand, ist unerklärlich. Er nickte freier ein als bei jedem Flankenspiel im Training.

Das war der Knockout in einem Spiel, dass Aue lange Zeit dominierte, aber viel zu wenig nach vorn tat. Stürmer Elias Huth (25) hing förmlich in der Luft. Er bekam kaum Bälle. "Wir hätten dieses Spiel für uns entscheiden müssen", so Rost, der vor allem im ersten Durchgang gute Chancen sah.

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Da Aue nach drei Spielen noch schlechter gestartet ist als in der Vorsaison, weiß der 43-Jährige, was jetzt ist erforderlich ist: "Wir müssen zusehen, dass wir trotz der vielen neuen Spieler zeitnah Siege einfahren." Zeitnah heißt in diesem Fall am Sonntag gegen Wiesbaden.

Titelfoto: IMAGO/HMB-Media

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