Dringender Nachholbedarf! Beim Nachwuchs hinkt Aue ganz gewaltig hinterher

Aue - Seit Jahren mischt der FC Erzgebirge Aue in der 2. Liga mit, hat sich in 15 Spielzeiten viel aufgebaut. Investiert wurde in Steine und Beine gleichermaßen, was sich im sportlichen Abschneiden widerspiegelt - aber nur bei der ersten Mannschaft. Im Nachwuchs hinkt der Kumpelverein dagegen hinterher.

Ihn entdeckte Carsten Müller in Staßfurt und holte ihn nach Magdeburg: Jetzt schießt Florian Krüger (22) seine Tore für Aue.
Ihn entdeckte Carsten Müller in Staßfurt und holte ihn nach Magdeburg: Jetzt schießt Florian Krüger (22) seine Tore für Aue.  © picture point/Sven Sonntag

Selbst Drittligist Dynamo Dresden und Regionalligist Chemnitzer FC verfügen über das, was Lila-Weiß nicht vorweisen kann: erstklassige A- und B-Junioren.

Der Vergleich mit den restlichen 35 DFL-Clubs fällt nicht rosiger aus. Nur Regensburg, Würzburg und Sandhausen besitzen 2020/21 jeweils keine "U19"- und "U17"-Bundesligateams. Alle anderen haben beides oder im Fall von Osnabrück ("U19") und Braunschweig ("U17") zumindest eine Mannschaft in der Beletage.

"Konkurrenzfähige Nachwuchsarbeit ist nicht nur wegen der 'Local-Player'-Regel wichtig, sondern auch um beständig Talente in die erste Mannschaft hoch zu bringen, die weiterhelfen", weiß FCE-Geschäftsführer Michael Voigt und sieht die Kumpelschmiede dahingehend auf einem guten Weg: "Unter Nachwuchschef Carsten Müller haben wir in der Zertifizierung durch die DFL einen Schritt von null auf mittlerweile zwei Sterne gemacht. Zudem sind Niklas Jeck und Sascha Härtel dieses Jahr fester Bestandteil unseres Zweitliga-Kaders."

Ein Meilenstein könnte bald folgen, denn die "U17" stand, als der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost eingestellt und später abgebrochen wurde, auf Platz eins.

Im Norden wurde nach dem dritten Spieltag abgebrochen

Zwei aus dem eigenen Nachwuchs, die den Sprung noch nicht ganz geschafft haben: Sascha Härtel (22, l.) und Niklas Jeck (19).
Zwei aus dem eigenen Nachwuchs, die den Sprung noch nicht ganz geschafft haben: Sascha Härtel (22, l.) und Niklas Jeck (19).  © Picture Point/R. Petzsche

Durch die Quotienten-Regel fiel der FCE zunächst hinter Hansa Rostock und RB Leipzig II. zurück. Da die Bullen als Zweitvertretung kein Aufstiegsrecht besitzen, hat der NOFV die Aues B-Junioren für die Relegation mit dem Vertreter der Nord-Staffel gemeldet.

Im Norden wurde bereits nach dem dritten Spieltag abgebrochen und der NFV verzichtete darauf, ein Team zu melden. Heißt: Aues "U17" würde kampflos aufsteigen. "Es sei denn, ein Team reicht bis 14. Juni Klage dagegen beim NFV ein", gibt Müller zu bedenken. Erster Anwärter wäre Niendorf.

Gibt es keine Einwände, ernten Müller & Co. die Früchte der Arbeit, die sie im Schatten der Profis betreiben, fürs Zweitliga-Team aber unerlässlich ist. "Die Durchlässigkeit nach oben muss stärker werden, sodass dem Cheftrainer der ersten Mannschaft mehr Spieler zur Verfügung stehen, die sofort weiterhelfen."

Aktuell ist das nicht der Fall, wie die Einsatzzeiten von Jeck und Härtel zeigen. Mit Müller haben sie aber einen, der ein Auge für Talente besitzt, wie der langjährige Nachwuchschef des 1. FC Magdeburg (2011-2014) TAG24 verriet: "Florian Krüger habe ich einst aus Staßfurt nach Magdeburg geholt und selbst in der "U15" trainiert." Auch Zwickaus Morris Schröter entdeckte er einst für die Bördestädter. Mal sehen, wen Müller für Aue zutage fördert.

Keine Nachwuchs-Mannschaft in der Bundesliga, aber das könnte jetzt klappen: FCE-Nachwuchschef Carsten Müller (49) sieht Aue auf dem richtigen Weg.
Keine Nachwuchs-Mannschaft in der Bundesliga, aber das könnte jetzt klappen: FCE-Nachwuchschef Carsten Müller (49) sieht Aue auf dem richtigen Weg.  © picture point/Sven Sonntag

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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