Endspiel im Oktober: Heute zählt für Aue nur ein Sieg

Aue - It's Showtime! Das sieglose Schlusslicht FC Erzgebirge Aue empfängt den Vorletzten FC Ingolstadt. Wer verliert, hängt nicht tabellarisch, sondern auch mental im Keller.

"Kämpfen" steht auf der einen Seite der Fan-Tribüne. Das ist das Mindeste, was die FCE-Anhänger heute sehen wollen.
"Kämpfen" steht auf der einen Seite der Fan-Tribüne. Das ist das Mindeste, was die FCE-Anhänger heute sehen wollen.  © picture point/Sven Sonntag

"Das Spiel hat für uns einen gewissen Endspielcharakter", räumt Ben Zolinski (29) ein. Wohlgemerkt am elften Spieltag!

"Es ist immens wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren", meint der 29-Jährige angesichts der prekären Tabellensituation. Aue hat vier Punkte, Ingolstadt einen mehr.

Seit Saisonbeginn liefern sich beide Clubs ein Schneckenrennen. Die Schanzer hielten an drei Spieltagen die rote Laterne hoch, die Veilchen an vier. Erst letztes Wochenende tauschten beide die Positionen, da der FCI in Kiel 1:1 spielte.

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Für den Aufsteiger war es der erste Punktgewinn nach zuvor vier Pleiten in Serie. Immerhin eines hat der FCI den Auern voraus. Am fünften Spieltag wurde in Sandhausen (2:0) der erste Saisonsieg eingefahren.

"Beide sind mit dem Rücken zur Wand und wollen nach dem Spiel mit breiter Brust in die letzte Phase der Hinrunde gehen", so Zolinski.

Aue muss die Mentalität haben, sich in jeden Zweikampf hineinzuschmeißen

"Siegen" steht auf der anderen Seite. Der erste Dreier ist für Aue heute Pflicht, um nicht abgehängt zu werden.
"Siegen" steht auf der anderen Seite. Der erste Dreier ist für Aue heute Pflicht, um nicht abgehängt zu werden.  © picture point/Sven Sonntag

Doch schon Freitagabend braucht es dieses Selbstverständnis: Kopf hoch, Brust raus. Zolinski: "Dafür musst du erstmal deine Zweikämpfe gewinnen und dir im Spiel Selbstvertrauen erarbeiten. Und Fehler abstellen."

Genau diese kosteten nicht nur in Karlsruhe den Kopf, wie Teamchef Marc Hensel (35) in der Nachbetrachtung betonte. "Fußball ist ein fehlerhaftes Spiel. Wer die wenigsten Fehler macht, wird dann auch gewinnen", meint dann auch John Patrick Strauß (25).

Fehler zu vermeiden ist das eine, proaktiv zu sein, das andere. Sonst agiert man wie das Kaninchen vor der Schlange.

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"Wir müssen die Mentalität haben, uns in jeden Zweikampf hineinzuschmeißen, als wäre es der letzte, um damit auch das nötige Quäntchen Glück vor dem Tor zu erarbeiten und hinten nichts anbrennen zu lassen", sagt Strauß und fordert: "Wir müssen den Fans und uns selbst zeigen, dass wir das Zeug zum Gewinnen haben."

Ben Zolinski (29, r.) beim 1:1 im Pokalspiel in Ingolstadt. Das war sein bisher einzige Saisontreffer. Damals verlor Aue 1:2, heute zählt nur ein Sieg.
Ben Zolinski (29, r.) beim 1:1 im Pokalspiel in Ingolstadt. Das war sein bisher einzige Saisontreffer. Damals verlor Aue 1:2, heute zählt nur ein Sieg.  © picture point/Sven Sonntag

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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