Erzgebirge Aue abgestiegen! Veilchen kassieren Klatsche beim SV Darmstadt 98

Darmstadt - Der FC Erzgebirge Aue verabschiedete sich am Samstag sang- und klanglos mit einem 0:6 (0:4) beim SV Darmstadt 98 aus der 2. Bundesliga.

Der Anfang vom Ende: Luca Pfeiffer (r.) schlenzt den SV Darmstadt 98 gegen den FC Erzgebirge Aue mit 1:0 in Führung.
Der Anfang vom Ende: Luca Pfeiffer (r.) schlenzt den SV Darmstadt 98 gegen den FC Erzgebirge Aue mit 1:0 in Führung.  © picture point/Sven Sonntag

Kurz nach 22.20 Uhr herrschte traurige Gewissheit. Nach sechsjähriger Zugehörigkeit zum Fußball-Unterhaus müssen die Veilchen vorzeitig den schweren Gang in die Drittklassigkeit antreten.

Wer vorab noch eine vage Hoffnung auf den Klassenerhalt hegte, musste bereits zur 19. Minute ernüchtert feststellen, dass es diese Saison einfach nicht reicht.

Die Gäste traten völlig fahrig auf und fabrizierten einen individuellen Fehler nach dem anderen. Darmstadt bestrafte dies eiskalt. Aber wie!

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Aue hatte eine brenzlige Situation vor dem Strafraum eigentlich schon bereinigt, dann rutschte John Patrick Strauß weg. Tobias Kempe luchste ihm das Leder ab und steckte zu Luca Pfeiffer (16.) durch.

Nur 76 Sekunden später zappelte der Ball erneut im Netz. Vorausgegangen war diesmal ein katastrophaler Pass von Malcolm Cacutalua. Tim Skarke (18.) ging dazwischen, bekam den Ball zu Phillip Tietz und wieder in den Lauf zurückgereicht.

Aue offenbarte komplette Zerfallserscheinungen. Soufiane Messeguem und Cacutalua patzten, Braydon Manu (19.) sagte Danke. Eine ganze Saison spiegelte sich in nur 159 (!) Sekunden wider. Das war alles, nur nicht zweitligareif.

Anfangsformation vom FC Erzgebirge Aue für das Zweitliga-Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98

FC Erzgebirge Aue wird vom SV Darmstadt 98 auseinandergenommen

FCE-Keeper Philipp Klewin (l.) wurde von seinen Vorderleuten um Sören Gonther (r.) gleich mehrfach im Stich gelassen.
FCE-Keeper Philipp Klewin (l.) wurde von seinen Vorderleuten um Sören Gonther (r.) gleich mehrfach im Stich gelassen.  © picture point/Sven Sonntag

Besserung in Sicht? Mitnichten! Aue gewann mit diesem körperlosen Spiel keinen Blumentopf. Hätten die Hausherren ihre zahlreichen Angriffe genauer ausgespielt, hätte es nach 30 Minuten schon 5:0 gestanden.

Aber wozu großartig strecken, wenn der Gegner die Dinger selbst auflegt. Anthony Barylla bediente Manu unfreiwillig, der den Sprint anzog und Skarke (39.) fand - 0:4!

Die Partie war zur Pause entschieden. Darmstadt hatte mit Blick auf den engen Aufstiegskampf bereits ordentlich etwas für die Tordifferenz getan, ruckte aber nach langem Leerlauf nochmal an.

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Zunächst wurde einer der seltenen Vorstöße der Veilchen abgefangen, dann ging über die rechte Seite die Post ab.

Pfeiffer ging am herausgeeilten FCE-Keeper Philipp Klewin vorbei, passte uneigennützig nach innen, wo Mathias Honsak (74.) leichtes Spiel hatte.

Der Ex-Auer Kempe (90.) machte per direktem Freistoß das halbe Dutzend voll und Aues Debakel perfekt.

Tim Skarke (r.) grätscht das Leder zum 4:0 in den Auer Kasten, Philipp Klewin (l.) ist chancenlos.
Tim Skarke (r.) grätscht das Leder zum 4:0 in den Auer Kasten, Philipp Klewin (l.) ist chancenlos.  © dpa/Hasan Bratic

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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