Erzgebirge Aue: Böse Überraschungen sorgten für die Bremen-Niederlage

Aue - Werder Bremen hat die Veilchen am Freitagabend zurechtgestutzt. Der Aufstiegsaspirant erwischte den FC Erzgebirge Aue gleich mehrfach auf dem falschen Fuß.

Niclas Füllkrug (28, r.) schenkt den überforderten Auern das 4:0 ein - es hätte für die Veilchen auch noch schlimmer kommen können.
Niclas Füllkrug (28, r.) schenkt den überforderten Auern das 4:0 ein - es hätte für die Veilchen auch noch schlimmer kommen können.  © picture point/Sven Sonntag

Das fing schon bei der taktischen Aufstellung an. Aue erwartete den Gegner im 4-3-3 und wurde von Werder-Coach Ole Werner (33) mit einer Dreierkette konfrontiert.

FCE-Interimstrainer Pavel Dotchev (56) gestand anschließend auf der Pressekonferenz ein, dass man dadurch überrascht wurde: "Wir haben deswegen auf 4-4-2 umgestellt."

Die nächste böse Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Sam Schreck (22) verlor am Strafraum den Stand, und Romano Schmid (7.) machte das 1:0, dem nur zwölf Minuten später Milos Veljkovic (26) das 2:0 draufsetzte.

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"Das hat uns den Rückenwind genommen", meinte Dotchev angesichts des Selbstvertrauens, das Aue in den Vorwochen mit den drei Siegen gegen Ingolstadt, Heidenheim und Rostock getankt hatte.

Der Dämpfer gegen Darmstadt (1:2) aus der Vorwoche tat dem auch keinen Abbruch.

Aue-Interimstrainer Dotchev: "Werder Bremen hat hochverdient gewonnen"

"Interimstrainer" Pavel Dotchev (56) musste für den gesperrten Marc Hensel (35) in Bremen an der Seitenlinie coachen.
"Interimstrainer" Pavel Dotchev (56) musste für den gesperrten Marc Hensel (35) in Bremen an der Seitenlinie coachen.  © picture point/Sven Sonntag

"Wir haben uns einiges vorgenommen und schon gedacht, dass wir Bremen ein bisschen in Verlegenheit bringen können", so Dotchev. Letztlich war es Wunschdenken, so brutal wie Aue die Grenzen aufgezeigt bekam.

Sind die Grün-Weißen im Abschluss noch konsequenter, fällt das ohnehin schon deutliche Ergebnis noch höher aus. "Ich glaube, es ist kein großes Geheimnis, wenn ich sage, dass Werder Bremen hochverdient gewonnen hat", gestand dann auch Dotchev ein.

Man muss aber auch realistisch sein. Der FCE entschied sich im Sommer für einen Umbruch, gab das Torjäger-Duo Florian Krüger (22) und Pascal Testroet (31) ab und verpflichtete junge, aber auch größtenteils in der 2. Liga unerfahrene Spieler.

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Allein der Kadervergleich spricht für sich. Werder bringt laut transfermarkt.de 43,25 Millionen Euro (1,6 Mio. pro Spieler) auf die Waage, der FCE 10,73 Millionen Euro (346.000 Euro pro Spieler). Das sind Welten!

Auch die Ansprüche sind grundverschieden. Während Aue im Unterhaus um den Verbleib kämpft, will Bremen den Betriebsunfall wettmachen und sofort wieder hoch. Dotchev drückt die Daumen: "Ich hoffe, dass ihr aufsteigt!"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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