Aue-Boss Leonhardt fordert "Corona-Rettungsfonds"

Aue - Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen! Das Coronavirus grassiert. Es schränkt das öffentliche Leben ein, lähmt die Wirtschaft, gefährdet, was uns lieb und teuer ist. Jetzt sind Krisenmanager gefragt. FC Erzgebirge-Präsident Helge Leonhardt kämpft derzeit an zwei Fronten.

FCE-Boss Helge Leonhardt. 
FCE-Boss Helge Leonhardt.   © picture point/Sven Sonntag

Er sorgt sich um seine Angestellten. Beim "Kumpelverein" griff der Klub-Patriarch zu drastischen Maßnahmen, verhängte den "indirekten Notstand. Bis Dienstag ist das Training ausgesetzt. Danach wird alle drei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. In Zeiten von Corona rückt das runde Leder in den Hintergrund.

"Natürlich wollen wir Brot und Spiele bieten, doch dem Coronavirus muss alles untergeordnet werden. Da spielen weder die 750 Millionen Euro Ausfälle, die für 1. und 2. Liga bei einem Saisonabbruch im Raum stehen, eine Rolle, noch das Fortführen des Spielbetriebs an sich. Schaut doch nach Italien oder Spanien. Die liegen am Boden. Es gibt Kranke und Tote. Das ist fast wie im Krieg. Wir dürfen doch jetzt als Deutschland nicht blauäugig sein", wählt "Leo" klare Worte.

Komplett ausblenden lässt sich der wirtschaftliche Aspekt jedoch nicht. "Zu gegebener Zeit ist darüber zu sprechen, wie wir die Vereine stabilisieren - vielleicht auch mithilfe der Bundesregierung, der DFL und durch eigene Beiträge", macht sich der Unternehmer für die Profi-Klubs stark.

"Wir brauchen einen Rettungsfonds, in den jeder was gibt, egal ob Großverdiener oder Fußballprofi"

Am Montag tagen erst einmal die DFL und alle Erst- sowie Zweitligisten in Frankfurt am Main, beraten, ob und wie die Saison fortgeführt wird. Leonhardt: "Man sollte erstmal alles auf null runterfahren und vier Wochen abwarten. Beschlüsse würde ich noch nicht fassen, sondern nur Szenarien simulieren. Sollte der unsichtbare Feind 'Corona' in vier Wochen noch nicht identifiziert sein, ist ein Komplettabbruch das Wahrscheinlichste."

Denn die eigentliche Schlacht finde an ganz anderer Stelle statt: "Wichtig sind die Arbeiter in den Betrieben, diejenigen, die in Pflegeheimen oder Krankenhäusern Dienst schrubben und nicht Fußballer. Die werden abgefedert, sind sozial gut gestellt."

Geht es nach dem FC Erzgebirge Aue Boss, nutzt der Profi-Fußball die Corona-Krise, um sich selbst zu hinterfragen: "Es braucht eine Taskforce. Und dann muss man überlegen, den Profi-Fußball umzustrukturieren, um weg von den überbezahlten Multimillionären zu kommen."

Es ist ein Appell an die Vernunft: "Wir brauchen einen Rettungsfonds, in den jeder was gibt, egal ob Großverdiener oder Fußballprofi, damit wir das Erzgebirge, Deutschland weiter blühend halten. Es ist die Zeit, in der wir uns nicht wie Affen, sondern wie Patrioten verhalten müssen."

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