Erzgebirge Aue: Männel lässt Nazarov zappeln und hält den Kasten sauber

Aue - 17 Spiele, 25 Punkte: Eine bessere Bestätigung, dass die letztjährige Saison keine Eintagsfliege war, gibt es für den FC Erzgebirge eigentlich nicht. Und dabei fehlt mit der stimmungsvollen Heimkulisse ein Faustpfand.

Kein Vorbeikommen: FCE-Keeper Martin Männel macht sich vorm heranfliegenden Osnabrücker Bryan Henning ganz breit.
Kein Vorbeikommen: FCE-Keeper Martin Männel macht sich vorm heranfliegenden Osnabrücker Bryan Henning ganz breit.  © imago images/foto2press

"Es liegt eine richtig gute Leistung in den letzten Wochen und Monaten hinter uns", weiß Martin Männel (32) angesichts 25 Zählern, mit denen der Kumpelverein am Montag in die Rückrunde geht. Letztes Jahr waren es zum selben Zeitpunkt 26 Punkte, denen in der Frühjahrsrunde weitere 21 folgten, was letztlich Platz sieben bedeutete.

Männel zuversichtlich: "Die drei Punkte in Osnabrück bringen uns auf dem Weg zum Klassenerhalt wieder ein Stück weiter."

Jeder im Erzgebirge, aber auch darüber hinaus, weiß, welche Aktie der 32-Jährige daran hat. Männel wehrte bisher 63 Schüsse ab - mehr als bis gestern jeder andere Zweitliga-Torhüter. "Kicker" sah ihn vor dem 17. Spieltag mit 2,66 Notenschnitt als zweitbesten Kicker der 2. Liga.

Erzgebirge Aue Kapitän Martin Männel: "Will mich mit den Besten messen!"
FC Erzgebirge Aue Erzgebirge Aue Kapitän Martin Männel: "Will mich mit den Besten messen!"

Männel bestätigte diese Leistung an der Bremer Brücke, wusste den Sieg aber richtig einzuordnen: "Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel absolviert, müssen aber einige Konter noch besser ausspielen."

Männel hielt die Null fest

Das tat weh! Dimitrij Nazarov (l.) wird vom Osnabrücker Etienne Amenyido unsanft gestoppt.
Das tat weh! Dimitrij Nazarov (l.) wird vom Osnabrücker Etienne Amenyido unsanft gestoppt.  © imago images/foto2press

So blieb es zumindest lange spannend, wurde aber selten gefährlich, auch weil der FCE-Kapitän seine Vorderleute stark dirigierte - und animierte. So wie Dimitrij Nazarov (30), den er bei einer Ecke für Osnabrück anwies, an der Grundlinie herumzuhampeln. Gesagt, getan. Nazarov zappelte, hüpfte, die Eingabe verpuffte und Männel hielt die Null fest - zum vierten Mal, um die Statistik abzurunden.

Was derweil nicht erfasst wird: die Spieleröffnung über den mitspielenden Männel. Er verkörpert damit den Torwart-Stil moderner Prägung, der - wie RB Leipzig-Coach Julian Nagelsmann (33) am Sonnabend im "Aktuellen Sportstudio" hervorhob - zum elften Feldspieler wird. Lässt ihm der Gegner ein klein wenig Zeit und Raum, rächt sich das, denn mit Ball am Fuß ist der 1,83 Meter messende Männel in der 2. Liga ein Großer seiner Zunft.

Wozu das führt, zeigte sich in Osnabrück. Da traute sich der Gegner einmal aus seinem Schneckenhaus und wurde prompt überspielt. Männel eröffnete mit einem weiten Ball. Die erste Welle wurde abgewehrt, doch Aue behielt das Leder und John Patrick Strauß (24) traf per Hechtkopfball.

Titelfoto: imago images/foto2press

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