Erzgebirge Aue will in Abstiegskampf eingreifen: "Wissen, um was es für den VfL geht"

Aue - Wer bleibt drin, wer steigt ab und für wen geht es in die Abstiegsrelegation? In der Verlosung stecken am letzten Spieltag noch Regensburg, Sandhausen, Braunschweig und Osnabrück.

Er benötigt ausgerechnet Auer Schützenhilfe: Siegt der VfL im Erzgebirge, steigt Ex-Coach Daniel Meyer mit Braunschweig definitiv ab.
Er benötigt ausgerechnet Auer Schützenhilfe: Siegt der VfL im Erzgebirge, steigt Ex-Coach Daniel Meyer mit Braunschweig definitiv ab.  © imago images/Hübner

Der Gegner des FC Erzgebirge Aue am Sonntag macht durch, was die Veilchen aus eigener Erfahrung nur zu gut kennen. Statt um den Ligaverbleib zu zittern, können die Veilchen selbst zum Zünglein an der Waage werden.

"Osnabrück steht mit dem Rücken an der Wand. Sicher gibt es auch Existenzängste", versucht sich Interimscoach Marc Hense (35) in die mentale Situation der Niedersachsen hineinzuversetzen.

Gewinnt Aue, droht dem VfL die Relegation oder gar der direkte Abstieg. Begrüßen und vor allem gebrauchen würden einen FCE-Sieg der Ex-Veilchen-Coach Daniel Meyer und seine Braunschweiger.

FC St. Pauli erkämpft sich nach zäher Partie einen Punkt bei Erzgebirge Aue
FC Erzgebirge Aue FC St. Pauli erkämpft sich nach zäher Partie einen Punkt bei Erzgebirge Aue

Es wäre die dringend benötigte Schützenhilfe, um noch dem Abstieg zu entrinnen. Vorausgesetzt, der Aufsteiger gewinnt beim HSV.

Regensburg hätte derweil die Klasse ohne eigenes Zutun gesichert, Sandhausen, wenn es in Bochum punktet.

Damals im Mai 2013 kam halb Aue mit nach Sandhausen und feierte danach.
Damals im Mai 2013 kam halb Aue mit nach Sandhausen und feierte danach.  © imago/Stockhoff

Interimscoach Marc Hensel kennt solche Fernduelle

Marc Hensel (l.) kennt die Alles-oder-Nichts-Spiele aus eigener Erfahrung in Aue. Am 19. Mai 2013 gewann er mit dem FCE 1:0 in Sandhausen und hielt die Klasse.
Marc Hensel (l.) kennt die Alles-oder-Nichts-Spiele aus eigener Erfahrung in Aue. Am 19. Mai 2013 gewann er mit dem FCE 1:0 in Sandhausen und hielt die Klasse.  © imago/Picture Point

Selbstverständlich wandern die Blicke ins Erzgebirgsstadion. Hensel weiß dies. Der 35-jährige Ex-Profi hat selbst Fernduelle bestritten, wovon bei ihm eines besonders hängen geblieben ist: "Ich erinnere mich an den 19. Mai 2013 in Sandhausen. Das war mein letztes Spiel für Aue und wir mussten gewinnen, denn Dynamo Dresden war punktgleich. Es ging um die Relegation und das war das schlimmste Spiel meines Lebens. Die Nacht vorher haben wir kein Auge zugemacht."

Aue setzte sich im Sandhäuser Hardtwald 1:0 durch. Musste es auch. Weil die Schützenhilfe von Jahn Regensburg ausblieb, wurde der 15. Platz letztlich nur aufgrund der besseren Tordifferenz gehalten. Die SGD ging derweil in die Relegation - gewann gegen Osnabrück.

"Es war ein brutales Spiel. Das ganze Erzgebirge war unterwegs", zieht Hensel Parallelen vom Gestern ins Heute: "Wir wissen, um was es für Osnabrück geht, wie sie sich fühlen. Da müssen wir hellwach sein und dagegenhalten. Das sind wir allen schuldig."

Titelfoto: imago/Stockhoff

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