Zidane-Deal: Werbegag oder steckt für den Aue-Boss mehr dahinter?

Aue - Erzgebirge Aue ist in aller Munde! Seitdem FCE-Präsident Helge Leonhardt auf TAG24-Nachfrage die Bombe platzen ließ, dass Enzo Zidane (25), der älteste Sohn von Zinedine Zidane, auf dem Sprung ins Lößnitztal ist, füllt der Kumpelverein die Gazetten.

Präsident Helge Leonhardt (l.) will den Deal unbedingt perfekt machen. Trainer Dirk Schuster äußerte sich eher zurückhaltend dazu.
Präsident Helge Leonhardt (l.) will den Deal unbedingt perfekt machen. Trainer Dirk Schuster äußerte sich eher zurückhaltend dazu.  © picture point/Sven Sonntag

Und das nicht nur hierzulande! So titelte "AS", eine der größten spanischen Sportzeitungen, "Enzo Zidane, rumbo a Alemania" und zitierte dabei den Aue-Boss. 

Nun muss Leonhardt den Worten auch Taten folgen lassen, sonst wird eine positive Nachricht - wie die nahezu sichere Verpflichtung des bulgarischen Nationalstürmers Stanislav Ivanov - als Opium fürs Volk abgestempelt, wenngleich er zum Beispiel bei der frühzeitig beabsichtigten Vertragsverlängerung von Florian Krüger auch geliefert hat.

"Als ich Pascal Köpke 2016 von Karlsruhe II. geholt habe, ging damals der ein oder andere auch davon aus, dass wir ihn nur seines bekannten Vaters wegen verpflichten. Doch diejenigen hatten sich getäuscht. Und das ist auch diesmal der Fall", betont Leonhardt.

Das Ergebnis ist bekannt: Köpke absolvierte 86 Einsätze (31 Tore/12 Vorlagen) und ging 2018 für zwei Millionen Euro zu Hertha BSC.

Etwas Vergleichbares schwebt Leonhardt bei Zidane Jr. vor: "Uns fehlt im Mittelfeld einer, der den tödlichen Pass auf Krüger oder Testroet spielt. Marc Hensel wurde mit der Aufgabe betraut, Enzo zu scouten. Auf seine Einschätzung stütze ich meine Entscheidung."

Pascal Köpke im August 2017, er köpft gegen seinen jetzigen Arbeitgeber Nürnberg das 3:0. In seinen zweieinhalb Spielzeiten in Aue schoss der Stürmer insgesamt 31 Tore, ging später für zwei Millionen Euro Ablöse zu Hertha BSC.
Pascal Köpke im August 2017, er köpft gegen seinen jetzigen Arbeitgeber Nürnberg das 3:0. In seinen zweieinhalb Spielzeiten in Aue schoss der Stürmer insgesamt 31 Tore, ging später für zwei Millionen Euro Ablöse zu Hertha BSC.  © picture point/Sven Sonntag

Aue-Coach Schuster äußerte sich bislang zurückhaltend

Familie Zidane mit dem Champions-League-Pokal: (v.l.) Papa Zinedine, Elyaz, Mutter Veronique und die zwei ältesten Söhne Luca und Enzo.
Familie Zidane mit dem Champions-League-Pokal: (v.l.) Papa Zinedine, Elyaz, Mutter Veronique und die zwei ältesten Söhne Luca und Enzo.  © imago images/PanoramIC

Nicht nur Hensels "Zidane-Bericht" lieferte dem Klubpatriarchen wichtige Erkenntnisse. 

Für ihn dürfte ebenfalls sehr interessant gewesen sein, wie Coach Dirk Schuster reagierte, als er auf der Pressekonferenz nach der Hannover-Partie auf den möglichen Deal Enzo Zidane angesprochen wurde.

"Zinedine Zidane war ein überragender Fußballer, gegen den ich im UEFA-Cup mit dem Karlsruher SC gegen Girondins Bordeaux selbst noch gespielt habe. Ich habe sehr gute Erinnerungen an ihn. Personalpolitische Entscheidungen werde ich nicht in der Öffentlichkeit kommentieren", beließ es Schuster bei einem Schwenk in seine eigene Vergangenheit. Das könnte ihm, weil am Thema vorbei, durchaus als Selbstverliebtheit ausgelegt werden.

Denn ganz aus heiterem Himmel kommt die Personalie nicht. Schließlich befasste sich sein Assistenztrainer Hensel eben eingängig mit Enzo Zidane.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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