"Es ist zum Kotzen!" Aue-Boss sauer wegen Spielabsage, Weltreise und Kosten

Aue - "Es ist zum Kotzen!", entfuhr es Aue-Präsident Helge Leonhardt, als er am späten Freitagabend mit TAG24 zur Spielabsage beim Hamburger SV telefonierte. Gegen 22.45 Uhr ereilte FC Erzgebirge Aue die Nachricht, dass die DFL dem Antrag der Hanseaten auf Spielverlegung der Samstags-Partie wegen zahlreicher Corona-Fälle stattgibt.

FCE-Boss Helge Leonhardt ist sauer - die Spielabsage beim HSV trifft den Verein auf allen Ebenen.
FCE-Boss Helge Leonhardt ist sauer - die Spielabsage beim HSV trifft den Verein auf allen Ebenen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die Gastgeber hatten ihr Ersuchen am Donnerstagmittag eingereicht. Weil nichts geschah, bestritt der HSV am Freitagnachmittag sein Mannschaftstraining - mit dem, was übrig blieb. 13 Feldspieler, davon zwei Nachwuchsspieler und vier Torhüter standen zur Verfügung.

Dazu noch der mit Gelb gesperrte Jonas Meffert. "Um für alle Fälle gewappnet zu sein, bereiten wir uns auf das weiterhin angesetzte Heimspiel gegen Aue vor", twitterten die Rothosen. Derweil nahm Aue die über 500 Kilometer lange Busfahrt auf sich. Für die Katz, wie sich spät, sehr spät herausstellte.

"Gegen 22.15 Uhr wurde uns noch mitgeteilt, dass gespielt wird. Wenig später ereilt uns die Kurzmitteilung seitens der DFL, dass die Partie abgesagt ist. Ich habe in die Gesichter der Spieler geblickt, die alle sauer waren. Wir wollten unbedingt spielen, den kleinen Lauf aus den Spielen gegen Paderborn und Regensburg fortsetzen. Das ist so ärgerlich", echauffiert sich Leonhardt.

FC Erzgebirge Aue testet auch gegen Thalheim und Cottbus
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Sonnabendfrüh ging es wieder zurück ins Erzgebirge.

Auch die entstandenen Kosten sind nicht unerheblich für die Veilchen

Die angereisten Aue-Fans wurden vom HSV am Samstag zu einer kostenlosen Stadion- und Museumsführung im Volksparkstadion eingeladen.
Die angereisten Aue-Fans wurden vom HSV am Samstag zu einer kostenlosen Stadion- und Museumsführung im Volksparkstadion eingeladen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Was Leonhardt am meisten ärgert: "Man wusste um die Situation beim HSV und schickt uns auf eine halbe Weltreise, die zwei Tage kostet, an denen weder trainiert noch gespielt wird. Stattdessen steht ein Nachholer unter der Woche bevor, der zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt."

Ganz zu schweigen von den entstandenen Kosten für Anfahrt und Hotel. Leonhardt: "Wir zahlen zweimal für ein Spiel. Und das bei all den wirtschaftlichen Herausforderungen, die derzeit den Profifußball hart treffen."

Wenigstens für alle umsonst angereisten Aue-Fans gab es ein kleines Trostpflaster. Gegen Vorlage des Tickets lud der HSV zu einem kostenlosen Museumsbesuch und einer gratis Stadionführung ein.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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