Ex-Aue-Flitzer Guido Kocer schießt sein Team im Spitzenspiel zum Sieg!

Istanbul - Ja, er lebt und spielt noch! Guido Kocer (32) schnürt sechseinhalb Jahre nach seinem Abschied aus Deutschland und vom FC Erzgebirge Aue noch immer professionell in der Türkei die Fußballschuhe.

Handshake alter Kumpels: Guido Kocer (32) und Aue-Keeper Martin Männel (32) beim Wiedersehen am 9. Januar 2016 im Teamhotel des FCE im türkischen Side.
Handshake alter Kumpels: Guido Kocer (32) und Aue-Keeper Martin Männel (32) beim Wiedersehen am 9. Januar 2016 im Teamhotel des FCE im türkischen Side.  © Picture Point/ Sven Sonntag

Am Samstag wurde er im Spitzenspiel der 1. Lig (zweithöchste Spielklasse) sogar zum Matchwinner. Seine Mannschaft, Samsunspor, trat als Tabellenzweiter mit drei Punkten Vorsprung beim Dritten Istanbulspor an.

Und bereits in der 13. Minute sorgte Kocer für die Entscheidung, als er sich nach einer Chip-Flanke von Winter-Neuzugang Gökhan Karadeniz am zweiten Pfosten perfekt getimt hochschraubte und die Kugel aus einem Meter zum 1:0 über die Linie köpfte.

Dabei blieb es am Ende trotz einiger Chancen auf beiden Seiten. Samsunspor hat nun nach 22 Spielen satte 46 Zähler auf dem Konto, weshalb die Chancen momentan gut stehen, dass Kocer und seine Truppe am Saisonende direkt in die Süper Lig aufsteigen.

Denn für die Klubs auf den Plätzen eins und zwei geht es direkt in die türkische Fußball-Eliteklasse, die Vereine auf den Rängen drei bis sechs spielen dann in Play-off-Runden den dritten Aufsteiger aus.

Deshalb war dieser Sieg für Samsunspor ein echter Meilenstein! Kocer war mit seinem goldenen Tor auf jeden Fall der Mann des Spiels und läuft die Flügel, vornehmlich die rechte Seite, noch immer auf und ab, macht Dampf und beschäftigt seine Gegner. So kam Kocer in der laufenden Spielzeit auf 21 Einsätze (vier Tore, zwei direkte Vorlagen) und trägt mit seiner Erfahrung einiges zum Erfolg seiner Mannschaft bei.

Ex-FC-Erzgebirge-Aue-Flitzer Guido Kocer schoss Samsunspor im Spitzenspiel zum Sieg

Highlight-Video von Samsunspors Sieg und Guido Kocers Kopfballtor bei Istanbulspor

Guido Kocer gab beim FC Hansa Rostock sein Zweitliga-Debüt und stieg mit dem SV Babelsberg 03 auf

Guido Kocer (32, 2.v.r.) stieg 2010 gemeinsam mit Daniel Frahn (33, r.) und dem SV Babelsberg 03 aus der Regionalliga Nord in die 3. Liga auf.
Guido Kocer (32, 2.v.r.) stieg 2010 gemeinsam mit Daniel Frahn (33, r.) und dem SV Babelsberg 03 aus der Regionalliga Nord in die 3. Liga auf.  © imago images / Matthias Koch

Schließlich kann er schon heute auf eine lange Karriere zurückblicken. Der gebürtige Wormser spielt bereits seit 2008 im Männerbereich und hat sich nach und nach hochgearbeitet.

Nachdem er beim FC Hansa Rostock 24 Tore in 44 U19-Bundesliga-Partien schoss, wurde er in die U23 hochgezogen und wies direkt nach, dass er für die Oberliga viel zu gut ist. 40 Einsätze, 17 Tore und einige Vorlagen sprechen Bände.

So feierte er am 30. November 2008 sein Zweitliga-Debüt. Der damalige Coach Dieter Eilts (56) wechselte ihn beim 0:2 beim FC Augsburg zur Pause für Djordije Cetkovic (38) ein. Es kamen noch drei weitere Partien hinzu, ehe er suspendiert wurde und nur noch in der zweiten Mannschaft spielte.

So schloss er sich im Sommer 2009 dem SV Babelsberg 03 an, wo er sich im Saisonverlauf auf dem Flügel durchsetzte, Stammspieler war und gemeinsam mit Daniel Frahn (33), Stefan Kutschke (32) und dem heutigen Lok-Leipzig-Trainer Almedin Civa (48) als Meister der Regionalliga Nord in die 3. Liga aufstieg.

Dort hatte er mit sechs Treffern in 35 Einsätzen seinen Anteil am sicheren Klassenerhalt des SVB. Mit seinen Leistungen spielte er sich in den Fokus von Aue und verließ die Filmstädter nach zwei erfolgreichen Jahren und 60 Partien.

Guido Kocer war auch beim FC Erzgebirge Aue Stammspieler

Guido Kocer (32) spielte von 2011 bis 2014 für den FC Erzgebirge Aue, lief in dieser Zeit 84 Mal für die Veilchen auf, schoss neun Tore und gab zwölf Vorlagen.
Guido Kocer (32) spielte von 2011 bis 2014 für den FC Erzgebirge Aue, lief in dieser Zeit 84 Mal für die Veilchen auf, schoss neun Tore und gab zwölf Vorlagen.  © Imago Images / Picture Point

Auch beim FCE avancierte Kocer 2011/12 unter Trainer Rico Schmitt (52) und dessen Nachfolger Karsten Baumann (51) zum Stammspieler und machte einige nervenaufreibende Partien mit.

Beim 3:2-Auswärtssieg am 23. September 2011 beim FC St. Pauli legte er die Tore von Ronny König (37) und Tobias Kempe (31) auf, beim 4:3 am 4. März 2012 gegen den FSV Frankfurt gab er eine Vorlage und erzielte das entscheidende Tor zum Endstand, am letzten Spieltag legte er den 2:1-Siegtreffer von Skerdilaid Curri (45) gegen den VfL Bochum auf.

In der folgenden Saison konnte er an seine Leistungen aber nicht mehr anknüpfen und war in der Liga lediglich beim 3:1-Sieg gegen den SSV Jahn Regensburg an zwei Toren beteiligt.

Unter Falko Götz (58) blühte er in seiner letzten Veilchen-Saison aber nochmal auf und kam in 31 Einsätzen auf sechs Treffer und drei Assists, führte den FCE beispielsweise mit einem Doppelpack am 19. Oktober 2013 zum 2:1-Heimsieg gegen Bochum. Anschließend verließ er das Erzgebirge und schloss sich für 600.000 Euro Ablöse Genclerbirligi an, wo er in der Süper Lig spielte.

Um nach einer Verletzung wieder Spielpraxis zu sammeln, wurde er Ende Januar 2016 an den Zweitligisten Yeni Malatyaspor verliehen. Anschließend schnürte er für Giresunspor die Schuhe, wechselte Anfang Januar 2017 zu Boluspor und kickt seit Sommer 2019 für Samsunspor. Nun könnte er noch einmal in die türkische Eliteliga zurückkehren.

Titelfoto: Imago Images / Picture Point

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