Fans sauer: Pavel Dotchev beim MSV Duisburg entlassen!

Duisburg - Es hatte sich angedeutet, nun ist es fix: Pavel Dotchev (56) ist nicht länger Trainer des MSV Duisburg. Die Verantwortlichen zogen am Donnerstag die Konsequenzen aus dem schwachen Saisonstart und entließen ihren bisherigen Übungsleiter mit sofortiger Wirkung.

Coach Pavel Dotchev (56) musste beim MSV Duisburg seinen Hut nehmen.
Coach Pavel Dotchev (56) musste beim MSV Duisburg seinen Hut nehmen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Das gab der Klub in den Sozialen Netzwerken bekannt und wünschte dem Coach "Viel Glück & Erfolg!" Für die richtungsweisende Partie beim FSV Zwickau (16. Oktober, 14 Uhr) übernehmen Vereinsurgestein Uwe Schubert (61) und das Co-Trainer-Team interimsweise.

Unter dem früheren Übungsleiter von Erzgebirge Aue, Rot-Weiß Erfurt oder Viktoria Köln hatten die Meidericher aus den ersten elf Saisonspielen in der 3. Liga lediglich zwölf Zähler geholt. Damit steht Duisburg trotz des benötigten Kaderumbruchs im Sommer auf Abstiegsrang 17.

Der kommende Gegner ist punktgleich und steht einen Rang vor den Zebras, die mal wieder neue Impulse setzen. Letzteres versucht Sportdirektor Ivica Grlic (46) immer wieder. Doch es ist ihm im vergangenen Jahr nicht gelungen, für Ruhe und Kontinuität zu sorgen.

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Erst wurde Torsten Lieberknecht (48) am 10. November 2020 entlassen, dann erfolglos Gino Lettieri (54) installiert und schon am 27. Januar 2021 wieder beurlaubt, ehe Schubert kurzzeitig einsprang und Dotchev dann doch noch den Klassenerhalt mit dem MSV packte.

Nun scheint all das wieder von vorne loszugehen. Klar ist, wenn Grlic nicht bald wieder das richtige Gespür bei dieser Personalie beweist, wird es irgendwann auch mal für ihn eng. Die Fans schießen schon seit einiger Zeit gegen den langjährigen Funktionär und Spieler der Duisburger.

MSV Duisburg gab die Beurlaubung von Pavel Dotchev unter anderem bei Twitter bekannt

Fans des MSV Duisburg traurig über Pavel Dotchevs Entlassung, hinterfragen Ivica Grlic kritisch

MSV-Sportdirektor Ivica "Ivo" Grlic (46, M.) steht im Fokus der Fankritik. Auch wegen seiner Entscheidungen bekommen die Duisburger keine Kontinuität und Ruhe in den Verein.
MSV-Sportdirektor Ivica "Ivo" Grlic (46, M.) steht im Fokus der Fankritik. Auch wegen seiner Entscheidungen bekommen die Duisburger keine Kontinuität und Ruhe in den Verein.  © dpa/Roland Weihrauch

Dotchev bekam hingegen viele gute Wünsche mit auf den Weg. Bei Facebook schrieb ein MSV-Fan beispielsweise: "War ein sehr sympathischer Typ, alles Gute, Pavel!" Ein anderer meinte: "Bist ein feiner Kerl".

Ein weiterer Anhänger fragte: "Schritt zwei vor Schritt eins gemacht! Wie viel Kohle hat eigentlich I.G. schon durch sein falsches Handeln verbrannt?" Damit ist Grlic gemeint. Der wurde auch mit mehreren "eigenen" Fotos bedacht, auf denen "Grlic raus" und "Es ist Zeit zu gehen" zu lesen sind.

Viel Kredit hat er bei den Fans offensichtlich nicht mehr, bei den Bossen anscheinend schon. Klar ist: Die Kritik wird auch nur dann verstummen, wenn der nächste Trainer die Duisburger erkennbar weiterentwickelt.

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Schließlich hat man seit einiger Zeit das Gefühl, dass der individuell durchaus gut besetzte Kader um Keeper Leo Weinkauf (25), Kämpfer Marvin Bakalorz (32), Kapitän Moritz Stoppelkamp (34) und dem Sechsfachtorschützen Orhan Ademi (29) keine echte Einheit ist, aber deutlich mehr Potenzial hat als nur Rang 17 und damit Drittliga-Abstiegskampf.

Stagnieren die Zebras in ihrer Entwicklung jedoch weiter und bleiben im Klassement unten hängen, wird wohl auch Grlic nicht mehr ewig im Amt bleiben dürfen.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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