Von Zinnowitz bis Oberwiesenthal! Aue bald der einzige Ostklub in der 2. Liga?

Aue - Der FC Erzgebirge gehört mittlerweile zum festen Inventar in der 2. Bundesliga. Nächstes Jahr gehen die Lila-Weißen in ihre 15. (!) Zweitliga-Saison. Möglicherweise sind sie dann der letzte Mohikaner unter den Ostklubs.

Auch die Strände in Zinnowitz füllen sich langsam wieder. Ab nächster Woche können auch die FCE-Profis ihren Urlaub genießen.
Auch die Strände in Zinnowitz füllen sich langsam wieder. Ab nächster Woche können auch die FCE-Profis ihren Urlaub genießen.  © imago images/Leo

"So wie es derzeit aussieht, gibt es von Zinnowitz bis Oberwiesenthal keinen anderen Zweitligisten außer uns. Wir halten die Fahne hoch", zeigt sich FCE-Präsident Helge Leonhardt stolz.

Höchstens Drittligist Hansa Rostock könnte sich noch dazugesellen. Die "Kogge" segelt im Windschatten der Aufstiegskandidaten. 

Während die Rostocker noch kämpfen müssen, sind die Veilchen seit dem 1:0 gegen Karlsruhe am 30. Spieltag längst durch. 

Leonhardt: "Dass wir seit dem Wiederaufstieg 2016 in die fünfte Zweitliga-Saison gehen, ist schon Wahnsinn! Und wenn man bedenkt, dass Ostclubs wie Halle, Magdeburg, Chemnitz und Zwickau gerade darum kämpfen, nicht in die 4. Liga abzusteigen, ist das Wunder von Aue um so erstaunlicher und manchmal nicht zu erklären."

Die Spielzeit 2019/20 war die "entspannteste" unter seiner Regentschaft. Grundlage war die extreme Heimstärke. Mit elf Siegen erzielte die Mannschaft von Dirk Schuster auf eigenem Platz die beste Bilanz seit der Zugehörigkeit zur 2. Liga.

Auch im Sommer malerisch: Das schöne Oberwiesenthal.
Auch im Sommer malerisch: Das schöne Oberwiesenthal.  © Uwe Meinhold

Aue-Boss Leonhardt kennt Grund für extreme Heimstärke

FCE-Boss Helge Leonhardt kann stolz auf die Entwicklung seines Vereins sein.
FCE-Boss Helge Leonhardt kann stolz auf die Entwicklung seines Vereins sein.  © picture point/Sven Sonntag

Klubchef Leonhardt nennt den gewichtigsten Grund: "Das Stadiongelände ist zum Wohnzimmer geworden. Dafür haben wir in den letzten Jahren viel investiert. Den Profis mangelt es an nichts. Fitnessbereich, Sauna, Trainingsplätze und das Stadion selbst. Das alles liegt unmittelbar nebeneinander. Andere trainieren irgendwo und fahren dann alle zwei Wochen zu ihrem Stadion irgendwo an der Autobahn."

Es ist aber auch ein Selbstvertrauen und eine Kontinuität eingekehrt, die es zuvor derart nicht gab. Die Mannschaft blieb im Kern zusammen. An Leistungsträgern kamen nur Sören Gonther sowie PAOK Saloniki-Leihgabe Marko Mihojevic und später noch Jacob Rasmussen vom AC Florenz hinzu.

"Die Charaktere passen ins Erzgebirge und haben einen erfahrenen Trainer bekommen, der daraus eine solide Mannschaft geformt hat", erklärt der Klub-Patriarch. Der Kumpelverein ließ sich so auch von den ganzen Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie nicht aus der Bahn werfen.

Leonhardt: "Die Fans hatten einen großen Anteil, wenn ich an die Spiele gegen Nürnberg, Dresden oder Hamburg denke. Ohne Zuschauer verkam das Ganze zur Lotterie. Da braucht man bloß nach Nürnberg schauen. Die gewinnen in Wiesbaden 6:0 und verlieren danach daheim gegen Stuttgart 0:6. Solche Schwankungen hatten wir nie!"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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