500. Zweitliga-Spiel: Aue grub viele Transfer-Juwelen aus!

Aue - Am Samstag steigt für den FC Erzgebirge Aue gegen Hannover 96 die 500. Zweitliga-Begegnung. Kein anderer Verein aus den neuen Bundesländern kann da mithalten. Das kleine Aue hält für den Fußball-Osten diese Saison in der 2. Liga sogar die Flagge hoch.

Adam Nemec (35) kam 2007 nach Aue, erzielte in 29 Partien zehn Tore.
Adam Nemec (35) kam 2007 nach Aue, erzielte in 29 Partien zehn Tore.  © picture point/Sven Sonntag

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Möglich macht es auch eine seit jeher umsichtige Transferpolitik.

Der Kumpelverein grub Spieler aus, die vorher wenige auf dem Zettel hatten, sich im Lößnitztal aber voll einbrachten und dann ihren Weg machten.

Paradebeispiel ist Nikolce Noveski (41). Der Innenverteidiger kam schon 2001, zu Regionalliga-Zeiten, von Hansa Rostock II. In der ersten Zweitliga-Spielzeit 2003/04 machte der Mazedonier 33 von 34 Partien und ging dann nach Mainz, wo er nachfolgend 256-mal in der Bundesliga auflief.

Adam Nemec (35) liehen die Lila-Weißen 2007 vom slowakischen Erstligisten MSK Zilina aus. Der Stürmer schlug voll ein, erzielte in 29 Partien zehn Tore und Zilina transferiert ihn nach Leih-Ende zum belgischen Top-Klub KRC Genk.

Später ging Nemec in der 1. und 2. Liga für Kaiserslautern, Ingolstadt und Union Berlin auf Torjagd.

Wertvolle Spieler holt sich der FC Erzgebirge Aue gern aus Osteuropa

Jakub Sylvestr (32) wurde 2014 Torschützenkönig der 2. Liga mit 15 Toren. Das schaffte vor und nach ihm kein Auer.
Jakub Sylvestr (32) wurde 2014 Torschützenkönig der 2. Liga mit 15 Toren. Das schaffte vor und nach ihm kein Auer.  © picture point/Sven Sonntag

Ein Slowake, der Aue nicht nur Tore, sondern auch einen warmen Geldregen bescherte, ist Jakub Sylvestr (32), der 2012 von Dinamo Zagreb kam und bis 2014 in 68 Partien 25-mal knipste.

2013/14 wurde der Stürmer Torschützenkönig - der einzige, den der FCE bisher in der 2. Liga stellte - und wechselte nach der Saison für rund 1,75 Mio. Euro nach Nürnberg. Mittlerweile spielt Sylvestr in Chennai (Indien).

Zurück in die Gegenwart: Da richteten die Veilchen zuletzt auch wieder den Blick gen Osten. Ognjen Gnjatic (29) kam vom polnischen Erstligisten Korona Kielce.

Im Vorjahr wilderte Präsident Helge Leonhardt (62) auf dem Balkan, holte Marko Mihojevic auf Leihbasis von PAOK Saloniki - eine fixe Verpflichtung trotz Kaufoption zerschlug sich u.a. wegen Corona - und Njegos Kupusovic (20) von Roter Stern Belgrad.

Hat der Veilchen-Boss schon den nächsten dicken Fisch an der Angel?

Immer noch der Glücksgriff von FCE-Präsident Helge Leonhardt (62, hinten): Der Drei-Monate-Auftritt von Domenico Tedesco (35).
Immer noch der Glücksgriff von FCE-Präsident Helge Leonhardt (62, hinten): Der Drei-Monate-Auftritt von Domenico Tedesco (35).  © picture point/Sven Sonntag

"Es hängt an mehreren Faktoren", begründet Leonhardt: "Zum einen ist über Jahre ein Netzwerk gewachsen. Das ist notwendig, denn Osteuropa ist ein riesiger Markt, den man kennen muss.

Und die Spieler passen von der Mentalität her gut zu uns. Wir brauchen Arbeiter und keine Schönwetter-Spieler. Außerdem sind Polen, Tschechien oder die Slowakei aufgrund der geografischen Nähe eher prädestiniert, als Spanien oder Portugal."

Hat der Veilchen-Boss schon den nächsten dicken Fisch an der Angel?

"Corona erschwert die Lage - nicht nur für uns. Unser Kooperationspartner Spartak Moskau hat mit sich zu tun und Domenico Tedesco (35) geht im Sommer weg. Vielleicht ergeben sich Gespräche, wenn ich im April mit einer Wirtschaftsdelegation in St. Petersburg bin", so Leonhardt.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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