Bricht letzte TV-Rate weg, entgehen 2,5 Mio. Euro: Aue trotzdem fürs Schlimmste gerüstet

Aue - Der Pleitegeier kreist über der 2. Bundesliga. Kommt es zum Saisonabbruch droht neun (!) Klubs die Insolvenz. Der FC Erzgebirge müsste zwar auch finanziell bluten, käme aber glimpflich davon.

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt blickt trotz aller Corona-Probleme zuversichtlich nach vorn. (Archivbild).
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt blickt trotz aller Corona-Probleme zuversichtlich nach vorn. (Archivbild).  © Picture Point / Gabor Krieg

"Bricht die letzte Tranche der TV-Vergütung weg, entgehen uns ungefähr 2,5 Millionen Euro. Allerdings ist dies nur der Fall, wenn der Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen wird. 

Diesem Szenario haben wir rechtzeitig vorgebaut, indem alle Angestellten, inklusive erster Mannschaft in Kurzarbeit geschickt wurden", sieht FCE-Geschäftsführer Michael Voigt den "Kumpelverein" gerüstet.

Laut "Kicker" wären bereits sieben Klubs ab Ende Mai zahlungsunfähig. Manchem fällt auf die Füße, dass er die Gelder aus der vierten Fernsehrate bereit abgetreten hat, um laufende Rechnungen zu begleichen.

Voigt: "Dieses Szenario bleibt uns erspart. Fließt das Fernsehgeld, können wir in voller Höhe darauf zurückgreifen." 

Gemeinsam mit Klubpatriarch Helge Leonhardt hat er in den letzten Wochen dennoch den Rotstift angesetzt. 

Das hatte fast etwas von Schuldnerberater Peter Zwegat. "Wenn die Einnahmen ausbleiben, müssen die Ausgaben drastisch gekürzt werden", stellt Voigt klar.

Aue-Boss Leonhardt: "Wird eine brutale Marktbereinigung geben und Fußballer werden dankbar sein, in Aue spielen zu dürfen"

FCE-Boss Helge Leonhardt meint, dass es durch die Corona-Krise zu einer "brutalen Marktbereinigung" kommen könnte (Archivbild).
FCE-Boss Helge Leonhardt meint, dass es durch die Corona-Krise zu einer "brutalen Marktbereinigung" kommen könnte (Archivbild).  © PICTURE POINT / R. Petzsche

Durch die Spielpause gingen dennoch ein bis zwei Millionen Euro verloren. Voigt: "Uns kommt aber zu Gute, dass wir nie über die Verhältnisse gelebt, sondern immer mit Augenmaß budgetiert und investiert haben." 

Jetzt gelte es diesen Weg diszipliniert durchzuziehen. "Ohne Wenn und Aber, denn es geht einzig und allein um den Verein und nicht das Individuum", meint FCE-Boss Leonhardt: "Wenn wir diese Mammutaufgabe bewältigen, wird es eine brutale Marktbereinigung geben und Fußballer werden dankbar sein, in Aue spielen zu dürfen."

Nur eine Unbekannte treibt die FCE-Macher um. Bei Saisonabbruch drohen Regressforderungen von Sponsoren oder Zuschauern. 

"Da hier keine Ausfallversicherung greift, sprechen wir dann nicht mehr nur von 13 potenziell gefährdeten Erst- und Zweitligisten. Deswegen ist hier ein Schulterschluss mit den eigenen Sponsoren, Mitgliedern und Fans wichtig", betont Voigt.

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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