FC Erzgebirge Aue: Die Einbrüche des Trainer-Trios

Aue - Der FC Erzgebirge Aue schneidet in nahezu allen Wertungen genauso ab, wie es der Tabellenstand ausdrückt. Die wenigsten Punkte, die meisten Gegentore, das Fairplay-Schlusslicht - sind drei Beispiele. Dagegen liegen die Veilchen bei der Anzahl der Trainerwechsel vorn. Mit Aleksey Shpilevski (34), Marc Hensel (35, als Teamchef) und Pavel Dotchev (56) versuchten gleich drei Übungsleiter ihr Glück. Alle drei eint eine stabile Phase zu Beginn, der ein dramatischer Einbruch folgte.

Aleksey Shpilevski

Durch Alksey Shpilevski (34) herrschte beim FC Erzgebirge Aue 80 Tage lang Chaos.
Durch Alksey Shpilevski (34) herrschte beim FC Erzgebirge Aue 80 Tage lang Chaos.  © Picture Point/Roger Petzsche

Der 34-jährige Belarusse hielt sich gerade einmal 80 Tage im Amt. Er hatte den Abgang von Pascal Testroet (31) forciert und dafür die Transfers von Babacar Gueye (27) sowie Antonio Mance (26) lanciert. Mit ihm ging Aue ein extremes Wagnis ein, das Klubboss Helge Leonhardt (63) als "Projekt" bezeichnete.

Zu Beginn holte Shpilevskis Elf drei Unentschieden gegen Nürnberg, St. Pauli und Schalke, die, wie sich im Nachhinein zeigt, allesamt Aufstiegsaspiranten sind. Dem folgten jedoch vier Pleiten in Serie und das Aus im DFB-Pokal.

Als der FCE am siebten Spieltag nach dem 1:4 gegen Paderborn siegloses Schlusslicht war, zog die Chefetage die Reißleine.

Marc Hensel

Marc Hensel (35) hatte gute Phasen, konnte das Ruder aber nicht dauerhaft herumreißen.
Marc Hensel (35) hatte gute Phasen, konnte das Ruder aber nicht dauerhaft herumreißen.  © picture point/Sven Sonntag

Nach einer Übergangsphase mit Hensel und Nachwuchschef Carsten Müller (50) als Interimstrainer, übernahm Ex-Aue-Profi Hensel ab 31. Oktober vollumfänglich als Teamchef und bekam den kurz zuvor installierten Sportchef Pavel Dotchev als denjenigen, der die notwendige Fußballlehrer-Lizenz innehat, an die Seite gestellt. Hensel vermochte es, die kriselnden Veilchen aufzurichten.

Einer knappen Niederlage in Regensburg (2:3) und dem spät vergebenen Sieg gegen den Hamburger SV (1:1) folgte ein erneut knappes 1:2 in Karlsruhe und danach die einzige Trendwende der Spielzeit mit drei Siegen über Ingolstadt (1:0), Heidenheim (2:0) und in Rostock (2:1), sowie einem Remis in Hannover (1:1).

Elf Punkten aus den ersten sieben Spielen folgten neun sieglose Spiele mit nur einem Zähler (2:2 auf St. Pauli) und nach 139 Tagen der Gang zurück ins zweite Glied.

Pavel Dotchev

Auch unter Pavel Dotchev (56) verlief der Start verheißungsvoll, doch auch dann kam der Absturz.
Auch unter Pavel Dotchev (56) verlief der Start verheißungsvoll, doch auch dann kam der Absturz.  © picture point/Sven Sonntag

Und täglich grüßt das Murmeltier! Am 23. Februar griff Aue zur letzten Patrone. Unter Dotchev sollte das Wunder gelingen. Der Start verlief mit dem 3:3 in Paderborn, dem das 1:0 gegen Regensburg folgte, verheißungsvoll. Seither ist Essig. Vier Spiele, vier Niederlagen, 3:13 Tore. Ein Rückfall und der Absturz auf den letzten Platz.

FCE-Boss Leonhardt will zeitnah einen neuen Cheftrainer präsentieren. Will der "Auserwählte" nicht das Los seiner Vorgänger teilen, muss er ganz genau auf die Noten schauen.

Wer hilft dem Kumpelverein künftig noch weiter? Vom Kopf her sind nicht wenige mehr mit sich selbst, als ihrem Arbeitgeber beschäftigt.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche, Picture Point/Sven Sonntag

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