Aue-Fans sauer wegen Zuschauer-Konzept: "Fehlt nur noch Kaviar und Champagner"

Aue - Es geht gerade alles ziemlich schnell. Ein Plan für die Teilzulassung von Zuschauern in der 1. und 2. Bundesliga steht bereits. Am Dienstag stimmen die 36 Profiklubs über die Eckpunkte dieses Konzepts der Deutschen Fußball Liga (DFL) ab. 

Nehmen die 36 DFL-Vereine in der Mehrheit die DFL-Vorschläge an, könnte es auf der Auer Fan-Tribüne weiterhin so aussehen - gähnende Leere. Stehplätze wären dann verboten - genauso wie Gästefans und Alkohol.
Nehmen die 36 DFL-Vereine in der Mehrheit die DFL-Vorschläge an, könnte es auf der Auer Fan-Tribüne weiterhin so aussehen - gähnende Leere. Stehplätze wären dann verboten - genauso wie Gästefans und Alkohol.  © picture point/Sven Sonntag

Die Vorschläge lauten: keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol. Viele Fans reagieren wütend - auch beim FC Erzgebirge Aue.

Es scheint nur noch um die Frage zu gehen: Wie viele Anhänger dürfen denn bald wieder in die einzelnen Stadien? Ob diese Frage sich demnächst überhaupt noch stellt, ist aber völlig unklar. 

Denn die Sorgen um einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen nehmen aktuell wieder zu.

"Es wird auch in Stadien Übertragungen geben, das wird nicht zu verhindern sein. Um Infektionen komplett auszuschließen, müsste man Spiele mit Zuschauern weiter verbieten", sagt der Dresdner Virologe Alexander Dalpke. 

Natürlich kann sich die DFL nicht von theoretischen Entwicklungen in der Zukunft leiten lassen. Unabhängig davon hat sie stets betont, dass eine Zulassung von Zuschauern immer vom regionalen Infektionsgeschehen an den Bundesliga-Standorten abhängt. 

Virologe Dalpke jedenfalls begrüßte einige der angekündigten DFL-Maßnahmen. Dazu zähle vor allem das angedachte Verbot von Stehplätzen und Alkohol in den Stadien bis zum 31. Oktober. 

So sieht die Fan-Tribüne in normalen Zeiten aus. 5000 Zuschauer passen auf der Heimseite in den Steherblock.
So sieht die Fan-Tribüne in normalen Zeiten aus. 5000 Zuschauer passen auf der Heimseite in den Steherblock.  © picture point/Sven Sonntag

Fans des FC Erzgebirge Aue gefrustet!

Alexander Dalpke.
Alexander Dalpke.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Zudem sollen vorerst keine Gästefans zugelassen werden. Und beim Ticketverkauf müssten die Vereine dafür sorgen, dass Infektionsketten gegebenenfalls nachverfolgt werden können.

Protest gibt es schon jetzt. Scrollt man sich durch die FCE-Fanseiten kommt keiner der drei Vorschläge gut an. "Fehlt nur noch Kaviar und Champagner. Dann haben sie den Fußball, wie sie ihn wollten", schreibt ein User.

"Wenn es so kommt, gehe ich doch lieber zum Schach", ein anderer. Ein weiterer Fan fordert die Anhänger sogar auf, demonstrieren zu gehen: "Die Biker fahren seit Wochen Sturm gegen den Müll, was die loslassen. Warum gehen die Fussballfans, Handball, Eishockey - und was es alles gibt nicht - auf die Straßen. Die Politiker verarschen uns doch sowieso nur", spricht gehöriger Frust mit.

Doch noch immer sind es Vorschläge. Ob sie angenommen werden, entscheiden die Vereine. Ob sie später überhaupt umgesetzt werden dürfen, die Politik.

"Letztendlich ist es eine Risikoabwägung, die eher politisch als virologisch begründet sein kann. Rechtsgüter wie der Infektionsschutz des Einzelnen müssen gegen andere wichtige Dinge des gesellschaftlichen Zusammenlebens abgewogen werden. Sportgroßveranstaltungen spielen eine wichtige soziale Rolle", so Dalpke.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0