75 Jahre FC Erzgebirge Aue! Partien gegen HSV und Nürnberg: "Schon Wahnsinn!"

Aue - Heute vor 75 Jahren wurde die BSG Wismut Aue, der Vorgängerverein des FC Erzgebirge Aue gegründet. Wegen Corona fällt die Jubiläumsfeier etwas kleiner aus, als es sich gebühren würde.

Am 21. Dezember 2019 begeisterten die Auer Fans mit der tollen Choreographie "Weihnachtsland Erzgebirge".
Am 21. Dezember 2019 begeisterten die Auer Fans mit der tollen Choreographie "Weihnachtsland Erzgebirge".  © picture point/Sven Sonntag

Lila-Weiß steht für gelebte Erzgebirgstradition, sei es durch das Anton-Günther-Graffito, den Steigermarsch zum Einlauf der Mannschaften oder aber Choreos wie im Dezember 2019 mit dem "Weihnachtsland Erzgebirge".

Das "Erzgebirge" steht bewusst im Namen, wie Präsident Helge Leonhardt (62) verrät: "Mit dem Bergbau ist nach der Wende abrupt Schluss gewesen. Uran-Erz, als ,Erz für den Frieden', brauchte man in Moskau nicht mehr. Doch mit dieser Bergmannstradition, für die unser Erzgebirge und das Vogtland stehen, darfst du nicht brechen, sondern musst sie bewahren und schützen. Du stehst damit für eine gesamte Region und die hinter dir."

Während andere DDR-Oberligisten nach der Wiedervereinigung in der Versenkung verschwanden, konnte sich Aue trotz Abwicklung des wichtigsten Geldgebers, der SDAG Wismut, retten und ab 2003 als feste Größe in der 2. Liga etablieren.

Aue spielt seine 15. Zweitliga-Saison und strebt erneut dem Klassenerhalt entgegen

Zwei positiv Verrückte! Helge Leonhardt (62, r.) und sein Zwillingsbruder Uwe sorgten sich nach der Wende um die Zukunft des Auer Fußball - mit großem Erfolg.
Zwei positiv Verrückte! Helge Leonhardt (62, r.) und sein Zwillingsbruder Uwe sorgten sich nach der Wende um die Zukunft des Auer Fußball - mit großem Erfolg.  © picture point/Sven Sonntag

Keine Selbstverständlichkeit! Leonhardt: "Als die Wismut vom Bund übernommen wurde, sind wir zum Wirtschaftsministerium gegangen, um Unterstützung zu erhalten. Irgendwie mussten doch die Gehälter für die erste Mannschaft fortbezahlt werden. Vorher hatte sich niemand Gedanken darüber gemacht. Die Wismut war ein Staat im Staat und hatte alles geregelt."

Und so taten sich Helge und sein Bruder Uwe Leonhardt mit weiteren Enthusiasten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um dem Fußball in Aue eine Zukunft zu ebnen.

"Kein Geld, kaum Fußballer, aber eine Vision. So begannen wir", berichtet Leonhardt: "Wir wollten die Tradition fortsetzen, den Verein aber als Unternehmen führen. Und das ist uns gelungen."

Aue spielt seine 15. Zweitliga-Saison, schrieb im letzten Geschäftsjahr trotz Corona schwarze Zahlen und strebt erneut dem Klassenerhalt entgegen.

Leonhardt stolz: "Das ist schon Wahnsinn! In den 1990er Jahren hat die Mannschaft noch gegen Hoyerswerda gekickt und wir positiv Verrückten haben auswärts mit einem Bier in der Hand auf der Betontribüne gestanden. Und jetzt heißen die Gegner HSV und Nürnberg."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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