Aue-Geschäftsführer Voigt fordert: "Einvernehmliche Lösung muss her!"

Aue - Wie kann die Saison 2019/20 geordnet zu Ende gespielt werden? Den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten, wird immer unwahrscheinlicher. Michael Voigt, kaufmännischer Geschäftsführer des FC Erzgebirge Aue, drängt deswegen auf eine unkonventionelle Lösung.

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (r., mit Aufsichtsratsmitglied Uwe Leonhardt) hat derzeit alle Hände voll zu tun. 
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (r., mit Aufsichtsratsmitglied Uwe Leonhardt) hat derzeit alle Hände voll zu tun.  © picture point/Sven Sonntag

"Was spricht dagegen, die Spielzeit über den 30. Juni hinaus zu Ende zu spielen?", fragt Voigt. Wissend, dass die Sache einen Haken hätte. Ab 1. Juli beginnt die neue Transferperiode. Was passiert mit auslaufenden Verträgen? 

Voigt: "Die UEFA wäre beim Transferrecht gefragt und müsste die Transferperiode einfrieren, damit zu Ende gespielt werden kann." Andernfalls müssten die Veilchen im Endspurt auf ihre Leihgaben Marko Mihojevic, Jacob Rasmussen, Christoph Daferner und Njegos Kupusovic verzichten.

Rückendeckung erhalten Vereine wie Aue von Prof. Philipp Fischinger, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Sportrecht an der Uni Mannheim. 

Gegenüber dem "Kicker" meinte Fischinger, dass die Arbeitsverträge nicht mit dem 30. Juni enden, "wenn die Saison bis circa Ende Juli oder Mitte August fortgesetzt wird und die 'Transferfenster' so verschoben werden, dass vor der nächsten Saison Wechsel möglich sind". 

Stattdessen würde sie bis zum tatsächlichen Saisonende laufen.

Bei Saisonabbruch droht dem FCE massive Verluste

Zu Gute kämen hierbei die Grundsätze der "Störung der Geschäftsgrundlage", ein juristisches Instrument zur Korrektur von Verträgen in Situationen, in denen sich die maßgeblichen Umstände stark veränderten. Dem Verein sei es dann nicht mehr zumutbar, an der Ursprungsvereinbarung festzuhalten.

"Eine einvernehmliche Lösung muss her", fordert Voigt. Die Pause treffe alle ins Mark: "Wochen- vielleicht monatelang kann nicht gespielt werden. Gleichzeitig müssen die Vereine mit massiven Einnahmeausfällen rechnen. Kommt es zum Saisonabbruch, entgehen unserem Verein alleine Erträge im mittleren siebenstelligen Bereich. Das alles wirkt sich unweigerlich auf den Markt aus, drückt die Transferwerte und -Preise."

Damit der Kumpelverein nicht in Schieflage gerät, wurden nahezu alle Ausgaben gekappt. "Fast alle Posten wurden auf null gestellt und für alle Angestellten Kurzarbeitergeld beantragt. Dazu zählen auch die Spielergehälter. Alles andere würde die Stabilität massiv gefährden", saniert Voigt knallhart.

Titelfoto: Picture Point/ Sven Sonntag

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