Aue-Geschäftsführer Voigt feiert Dienstjubiläum: "Vorher hatte das Areal etwas von ,Good Bye, Lenin'"!

Aue - Was sind zehn Jahre im schnelllebigen Profi-Fußball? Für viele eine gefühlte Ewigkeit - nicht nur auf dem Rasen und den Trainerbänken. Selbst Geschäftsführer werden in den 36 Klubs der 1./2. Liga mitunter verschlissen. Dahingehend ist Michael Voigt beim FC Erzgebirge Aue eine wohltuende Ausnahme.

Zehn Jahre dabei! FCE-Geschäftsführer Michael Voigt feiert sein Veilchen-Dienstjubiläum.
Zehn Jahre dabei! FCE-Geschäftsführer Michael Voigt feiert sein Veilchen-Dienstjubiläum.  © picture point/Sven Sonntag

Am 3. Januar 2011 kam er vom VFC Plauen ins Erzgebirge - und ist bis heute geblieben. In der letzten Dekade hat sich auch dank Voigt im Lößnitztal viel gedreht, vor allem Baukräne.

"Außer im ersten Jahr wurden fortlaufend Baumaßnahmen angegangen, um den Verein nach vorne zu bringen und die Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Zweitliga-Standort zu schaffen", betont der Jubilar.

Der frühere Kraftdreikämpfer hat in Aue eine Vielzahl an Projekten gestemmt. "Ich denke bloß an den beheizten Trainingsplatz, den wir über die Transfererlöse für Jakub Sylvestr (31) finanziert haben oder den Um- und Ausbau der Geschäftsstelle, des Fanshops oder Nachwuchsinternats", zählt Voigt auf.

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Das Prestigeprojekt schlechthin aber war der Stadionumbau ab 2015. "Vorher hatte das ganze Areal etwas von 'Good Bye, Lenin'", witzelt Voigt: "Ohne den Beschluss des Kreistages wäre es mit der 2. Liga über kurz oder lang vorbei gewesen."

FCE-Geschäftsführer Voigt: "In den letzten zehn Jahren haben wir nur einmal Verlust geschrieben"

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt im November 2016 während des Umbaus der Auer Arena auf der Baustelle. Unter Voigts Regie entstand ein tolles zweitliga-taugliches Stadion - zweifelsfrei die wichtigste und nachhaltigste Leistung des 48-Jährigen im Erzgebirge.
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt im November 2016 während des Umbaus der Auer Arena auf der Baustelle. Unter Voigts Regie entstand ein tolles zweitliga-taugliches Stadion - zweifelsfrei die wichtigste und nachhaltigste Leistung des 48-Jährigen im Erzgebirge.  © picture point/Sven Sonntag

Dass die Teilnahme im Fußball-Unterhaus existenziell wichtig ist, zeigt, wie solide der Kumpelverein bisher durch die Corona-Krise kommt. Das Geschäftsjahr 2019/20 wurde mit einer schwarzen Null abgeschlossen - vordergründig dank der TV-Einnahmen, die knapp die Hälfte des 20-Millionen-Etats ausmachten.

Voigt: "In den letzten zehn Jahren haben wir nur einmal - während der Aufstiegssaison 2015/16 - Verlust geschrieben." Bei seinem Antritt sei das noch illusorisches Wunschdenken gewesen: "Die Kassen waren leer, und es ging vorrangig darum, Liquidität wiederherzustellen, was durch einen radikalen Sparkurs und die Vergabe des Stadionnamens gelang. Das hat uns die Türen für die Zukunft geöffnet."

Und Voigt den Ruf des knallharten Sanierers eingebracht. Doch der 48-Jährige steht nicht nur dafür, sondern auch die Nähe zur Basis, vor allem der Fanszene und den Mitgliedern.

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"In Steine und Beine zu investieren, ist das eine, ein breites Fundament zu haben, von denen, die unseren Weg mitgehen, das andere. Das ist ein extrem wichtiger immaterieller Wert", so Voigt.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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