Aue gibt Sieg in der Nachspielzeit aus der Hand und überrascht dennoch beim FC St. Pauli!

Hamburg - Der FC Erzgebirge Aue beendete die Siegesserie des FC St. Pauli und meldete sich mit einem ganz starken 2:2 (1:1) am Millerntor zurück aus der Winterpause. Für die Veilchen wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Ben Zolinski (r.) schoss Aue beim FC St. Pauli überraschend in Führung. Hier kämpft er mit Kiezkicker-Sturmbulle Guido Burgstaller um den Ball.
Ben Zolinski (r.) schoss Aue beim FC St. Pauli überraschend in Führung. Hier kämpft er mit Kiezkicker-Sturmbulle Guido Burgstaller um den Ball.  © Marcus Brandt/dpa

Gleich fünf Neue berief FCE-Teamchef Marc Hensel in die Aufstellung, von denen zwei Personalien hervorstachen.

Malcolm Cacutalua kehrte nach monatelanger Verletzungspause in die Innenverteidigung zurück und Prince Osei Owusu gab zwei Tage nach der Verpflichtung bereits sein Startelf-Debüt. Und was für eines!

Antonio Jonjic spielte tief in die Spitze. Owusu startete am Mittelkreis durch, schüttelte seinen Bewacher ab und legte quer zu Ben Zolinski, der nur einzuschieben brauchte - 1:0 (17.).

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Die Veilchen machten es clever und hauten sich in jeden Zweikampf. Kein Vergleich zur vergeigten Generalprobe bei Dynamo Dresden.

Dann verlor Cacutalua bei einer Freistoßflanke von Eric Smith den aufgerückten Jakov Medic (30.) aus den Augen.

St. Pauli erhöhte die Schlagzahl und FCE-Keeper Martin Männel geriet immer mehr in den Mittelpunkt.

Mannschaftsaufstellung des FC St. Pauli gegen FC Erzgebirge Aue

So startet der FC Erzgebirge Aue beim FC St. Pauli

FC Erzgebirge Aue in der zweiten Hälfte deutlich offensiver

Nikola Trujic (2.v.r.) köpfte dem FC Erzgebirge Aue erneut in Führung.
Nikola Trujic (2.v.r.) köpfte dem FC Erzgebirge Aue erneut in Führung.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Dasselbe Bild bot sich auch nach der Pause. Dem Offensivdrang stemmte sich die Hensel-Elf mit großem Kampf entgegen. Und setzte Nadelstiche.

Owusu stand nach Missverständnis zwischen Philipp Ziereis und Medic völlig blank vor Nikola Vasilij und setzte das Leder unbedrängt aus sechs (!) Metern neben den rechten Pfosten (58.). Was für eine Gelegenheit!

Aber die Gäste bekamen noch eine Chance. Ben Zolinski fand Jan Hochscheidt mit einer gefühlvollen Eingabe. Nikola Trujic, gerade acht Minuten auf dem Feld, reagierte gedankenschnell und hechtete mit dem Kopf zum Ball - 2:1 (72.).

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Jonjic hätte kurz darauf beinahe auf 3:1 gestellt (77.). Aue war on fire! Allen voran Trujic, der in der 76. Minute wegen Meckerns Gelb sah und nach 17 Minuten auf dem Platz wegen Gelb-Rot-Gefahr von Hensel wieder runtergenommen wurde.

Aue war dem vierten Saisonsieg so nah und ließ ihn sich noch aus den Händen reißen. Die fünfminütige Nachspielzeit war schon zur Hälfte herum, als erst Babacar Gueye wegrutschte und dann Dirk Carlson sowie Clemens Fandrich Etienne Amenyido nicht gestellt bekamen - 2:2 (90.+3.). Bitter! Aber auch ein klares Lebenszeichen, denn in der laufenden Saison hatte St. Pauli bis dato jedes seiner Heimspiele gewonnen.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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