Aue hofft weiter auf sächsischen Weg: Es geht um Millionen Euro!

Aue - Der FC Erzgebirge Aue hatte sich ins Zeug gelegt und schon vor der am Dienstag beschlossenen Entschärfung der sächsischen Corona-Verordnung ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet, das eine Teilbefüllung des Erzgebirgsstadions mit an die 5000 Zuschauern vorsieht.

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt.
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt.  © Picture Point/Roger Petzsche

Nur zwei Tage, nachdem die Landesregierung Fakten geschaffen hatte, grätschte Berlin dazwischen. Das coronabedingte Stadionverbot gilt bis 31. Oktober, wird danach eventuell sogar bis Jahresende verlängert.

"Das ist mir unverständlich. Anstatt den mündigen Bürger einzubeziehen, wird wieder über dessen Kopf hinweg entschieden. Man muss sich doch vor Augen halten, wie sensibel im Alltag mit den Corona-Maßnahmen umgegangen wird. Beim Einkauf wird Mund-Nasen-Schutz getragen und Abstand gehalten und uns Fußballvereinen stellt man in Abrede, dies auch umsetzen zu können", ärgert sich FCE-Geschäftsführer Michael Voigt über das mangelnde Vertrauen.

Statt bei wichtigen Geschäftsprozessen zum Punkt zu kommen, muss der Kumpelverein in die Verlängerung gehen. "Ich hatte mich am Dienstag sofort mit der DFL in Verbindung gesetzt, die das Vorgehen in Sachsen und unser Hygienekonzept begrüßte", blickt Voigt zurück.

Fast schien es, als würden Weihnachten und Ostern im Erzgebirge auf einen Tag fallen. Voigt und Klubchef Helge Leonhardt steuerten den Kahn über Wochen durch raue See und wähnten sich dem Ziel, zur Normalität zurückzukehren, ein ganzes Stück näher. Ab dem 1. September wären Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich, vorausgesetzt, besagtes Hygienekonzept ist genehmigt und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen möglich. 

Für den FC Erzgebirge Aue geht es um Einnahmen in Höhe von vier Millionen Euro!

Die Auer Spieler jubeln vor vollen Rängen - das wird's so vorerst nicht mehr geben. Eine gewisse Anzahl an Fans will der FCE aber unbedingt im Stadion haben.
Die Auer Spieler jubeln vor vollen Rängen - das wird's so vorerst nicht mehr geben. Eine gewisse Anzahl an Fans will der FCE aber unbedingt im Stadion haben.  © picture point/Sven Sonntag

Die Bundesregierung drängte allerdings darauf, bis 31. Dezember deutschlandweit sämtliche Großveranstaltungen zu untersagen.

Immerhin gab es am Donnerstag einen Lichtblick. Sportveranstaltungen sollten eigentlich bis 31. Oktober ohne Zuschauer stattfinden und in der Zwischenzeit eine Arbeitsgruppe prüfen, ob danach eine Teilbefüllung der Veranstaltungsstätten möglich ist. 

Liegt aber ein genehmigtes Hygienekonzept vor, sind auch vorher schon mehr als 1000 Zuschauer möglich. 

Außerdem im Gespräch: Hat ein Landkreis, z.B. der Erzgebirgskreis, innerhalb von sieben Tagen weniger als 15 Corona-Fälle pro 100.000 Personen und ist sichergestellt, dass die Besucher nur aus dieser oder einer Region kommen, die diese Grenze auch unterschreitet, ist ebenfalls eine Ausnahme vom Verbot möglich.

Die Zeit drängt! Durch den sächsischen Weg könnte der FCE bis zu 5000 Zuschauer ins Stadion lassen und wichtige Einnahmen aus dem Verkauf der VIP- sowie Dauerkarten realisieren, mit einer geschätzten Größenordnung von mehr als vier Millionen Euro. Das verdeutlicht, was allein finanziell auf dem Spiel steht!

"Die neue sächsische Verordnung ist dahingehend sehr positiv zu bewerten, weil sie uns unter Umsetzung strikter Vorgaben erlaubt, wieder im von der Hygiene bestimmten Rahmen zu wirtschaften", erklärt Voigt. Gemeinsam mit Klubchef Leonhardt baut er auf eine föderale Lösung. "Die Landesregierung kennt die Lage vor Ort und sollte sich nicht von außerhalb reglementieren lassen, sonst fehlt die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung", so Leonhardt.

Titelfoto: Montage: Picture Point/Sven, Sonntag/Roger Petzsche

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