Kaderplanung: Auch der FC Erzgebirge Aue muss den Gürtel enger schnallen

Aue - Die Corona-Pandemie zwingt die Clubs dazu, die Gürtel enger zu schnallen. Auch beim FC Erzgebirge sind Einschnitte geplant. Der gegenwärtige Kader soll personell und finanziell abspecken.

Sören Gonther (l.) und Marko Mihojevic klatschen ab - derzeit müssen sich beide um den Platz in der Innenverteidigung streiten.
Sören Gonther (l.) und Marko Mihojevic klatschen ab - derzeit müssen sich beide um den Platz in der Innenverteidigung streiten.  © imago images/foto2press

"Sonst gehen wir ein wirtschaftliches Risiko ein, das nicht zu verantworten wäre", lässt sich FCE-Präsident Helge Leonhardt nicht auf ein finanzielles "Russisch Roulette" ein. Der geplante Profi-Etat von zehn Millionen Euro wird schwerlich zu halten sein.

Vor Corona fuhr der Kumpelverein zweigleisig. Leistungsträger wurden durch den strategischen "Plan 2023" langfristig gebunden.

 Gleichzeitig wurde darauf gepocht, junge Rohdiamanten in die erste Elf zu integrieren, sie im rauhen Zweitliga-Alltag zu schleifen und zu veredeln.

Das gelang bei Florian Krüger, der vor anderthalb Jahren auf persönliche Empfehlung von Ex-Veilchen-Coach Domenico Tedesco von Schalke 04 kam. Unter Daniel Meyer verdiente er sich letzte Saison die ersten Sporen. Startelf- und Jokereinsätze wechselten sich dabei noch ab.

Der Durchbruch erfolgte im November letzten Jahres unter Meyer-Nachfolger Dirk Schuster. Vorangegangen war eine deutliche Schützenhilfe von Klubboss Leonhardt, der sich nach dem 1:1 in Karlsruhe vehement für den Youngster einsetzte.

Krüger zahlte mit barer Münze zurück und ist mittlerweile mit je sieben Toren und Vorlagen Aues bester Scorer. Verlängert er wie von Leonhardt beabsichtigt bis 2023 oder gar 2025 müssten sich potenzielle Interessenten richtig strecken. 

Andernfalls stellt sich für den FCE im Sommer die Gretchenfrage: Krüger bis zum Vertragsende 2021 halten und im Zweifelsfall ablösefrei ziehen lassen oder den höchstdotierten Scheck annehmen.

Aue-Mittelfeldmann Baumgart verlängerte seinen Vertrag bis 2023

Tom Baumgart ist bis 2023 an die Veilchen gebunden. Derzeit hat der Offensivmann aber seinen Stammplatz eingebüßt.
Tom Baumgart ist bis 2023 an die Veilchen gebunden. Derzeit hat der Offensivmann aber seinen Stammplatz eingebüßt.  © picture point/Sven Sonntag

Anders verhält es sich derweil bei Tom Baumgart, der bereits bis 2023 verlängert hat. 

Nur hat er seither peu á peu seinen Stammplatz auf der rechten Seite eingebüßt. Ein Grund dafür: Mit John Patrick Strauß setzte Schuster auf einen defensiver eingestellten Außenbahnspieler.

Vertrackter ist die Ausgangslage bei den Leihspielern Marko Mihojevic (PAOK Saloniki) und Jacob Rasmussen (AC Florenz). 

Beide sind/waren eine echte Verstärkung für die Abwehr. Am bosnischen Nationalspieler Mihojevic führte bis zur Corona-Pause kein Weg vorbei. 

Der 24-jährige Innenverteidiger wäre für eine festgeschriebene Ablösesumme von 800.000 Euro zu haben. Leonhardt wollte die verbriefte Kaufoption eigentlich ziehen, verhandelt nun aber nach.

Die wirtschaftlichen Folgen von Corona sollen der Grund sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass Coach Schuster mit Rasmussen im Winter einen zweiten jungen Abwehrspieler ins Lößnitztal gelotst hat, der als Linksfuß unter ihm gesetzt ist.

Mihojevic kampelt sich mit Sören Gonther um den verbleibenden Posten auf der rechten Innenverteidigerposition. Der 33-jährige "Leader-Typ" hatte dabei zuletzt die Nase vorn.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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