Aue-Keeper Männel nach Fürth-Pleite: "Wussten, dass es ein richtig schwieriger Ritt wird"

Aue - Martin Männel (32) war am Freitagabend, um es drastisch auszudrücken, die ärmste Sau des FC Erzgebirge Aue. Dreimal musste der starke Rückhalt beim 0:3 in Fürth hinter sich greifen. Da die taktische Ausrichtung sonst kaum etwas zuließ, konnte er sich selten auszeichnen.

Beim Fürther 3:0 durch Julian Green (2.v.l.) war Martin Männel völlig chancenlos.
Beim Fürther 3:0 durch Julian Green (2.v.l.) war Martin Männel völlig chancenlos.  © picture point/Sven Sonntag

Kam etwas aufs Tor, lag es an katastrophalen Fehlern, die man sich nicht leisten darf und vom Kleeblatt eiskalt bestraft wurden. "Wir wussten, dass es ein richtig schwieriger Ritt wird", so Männel, der zugibt: "Wir haben uns nicht so verkauft, wie wir uns das vorgenommen hatten."

Nix zu tun hatte Aues mitspielender Torhüter trotz weniger Paraden mitnichten. "Ich hatte oft den Ball am Fuß, wurde ordentlich gepresst", blickt Männel zurück. Ihm übertrugen die Vorderleute die Aufgabe, das Spiel von hinten aufzubauen. Fürth stellte sich darauf ein, ging drauf oder empfing die weiten Bälle im Mittelfeld.

Auf der Gegenseite wusste Aue mit dem aufs Passspiel fixierten Offensivfußball des Kleeblatts umzugehen.

"Wir haben relativ wenig Torschüsse zugelassen, leider waren die Bälle auch drin, weil Fürth die Qualität besitzt", ließ Männel Milde walten. Denn die Tore wurden auf dem Silbertablett serviert.

Aue-Torwart Martin Männel: "Standen ständig unter Strom"

Martin Männel (M.) tröstete seine Mitspieler, nahm hier Sascha Härtel in den Arm.
Martin Männel (M.) tröstete seine Mitspieler, nahm hier Sascha Härtel in den Arm.  © picture point/Sven Sonntag

Darum kam auch er in der Nachbetrachtung nicht herum: "Das erste Tor ist ein Kullerball, den ich schon fangen will. Wir halten den Fuß rein, was ein natürlicher Reflex ist und der Ball landet in der Kiste. So haben wir Fürth in ihr Spiel kommen lassen und mussten unsere Linie verlassen. Dann fällt auch noch das zweite Tor nach einem Fehler im Spielaufbau. Und so haben wir zu viel angeboten und der Sieg geht in der Höhe in Ordnung."

Eine bittere Erkenntnis, denn angesichts der ausgeglichenen Spielwerte war die Niederlage unnötig wie ein Kropf.

Bei Ballbesitz (48:52) und bei Pässen (77:80) war die Quote nahezu pari. Allerdings spielte Aue auch viel hintenrum. Einzig in den Zweikämpfen (44:56) ließen sich die Lila-Weißen den Schneid abkaufen. Und das führte unweigerlich zu Ballverlusten und einer kaum existierenden Offensive.

Männel kritisch: "Dass wir hintenrum spielen, ist unser Stil, aber irgendwann muss man das Tempo auch verschärfen. Da hatten wir gute Ansätze, verloren den Ball aber auch häufig wieder, sodass wir ständig unter Strom standen und wenig Offensivaktionen hatten."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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