"Verfolgt mich bis in die Kabine": Aue-Kicker Samson schaltet Zulj aus und zieht Bochum den Zahn

Aue - Der FC Erzgebirge Aue bot Freitagabend mit dem VfL Bochum (1:0) dem nächsten Aufstiegsaspiranten die Stirn. Zu Beginn sah es nicht danach aus, doch dann griff der taktische Kniff von Aues Coach Dirk Schuster (53). Das zermürbte Bochums Spielgestalter und hinterließ einen konsternierten Gäste-Coach.

Louis Samson (r.) ließ Bochums Spielmacher Robert Zulj nicht aus den Augen, was das Spiel der Gäste sichtbar lähmte.
Louis Samson (r.) ließ Bochums Spielmacher Robert Zulj nicht aus den Augen, was das Spiel der Gäste sichtbar lähmte.  © imago images/Frank Kruczynski

"Es fällt mir schwer, gleich zwei Glückwünsche auszusprechen. Zum einen zum Sieg, den Dirk mit seiner Mannschaft gegen uns errungen hat und zum anderen einen, den ich sehr, sehr gerne ausspreche für Kollege Männel. Davon hat man ja sehr viel gelesen", verteilte VfL-Coach Thomas Reis (47) mehr warme Worte, als ihm sicherlich lieb waren.

Natürlich hätte er es lieber gesehen, wenn Aues Rekordspieler Martin Männel (32) auch über die gesamte Partie gesehen die Szenerie bestimmt hätte und nicht sein Keeper Manuel Riemann (32), der dem Revierklub mehrfach den Hintern rettete.

Stattdessen musste Reis konstatieren: "Wir sind gut hineingekommen, können gefühlt 2:0 führen." Gerrit Holtmann (4.) traf nur ans Aluminium, Robert Tesche (5.) verfehlte aus einem (!) Meter.

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten bekam Aue das Spiel in den Griff - mit einem entscheidenden Kniff. So wie einst Guido Buchwald (60) im Endspiel der WM 1990 Diego Maradona (†60) als Manndecker an die Ketten legte, stellte es Louis Samson (25) mit Bochums kreativen Kopf Robert Zulj (29) an.

"Er (Zulj/d. Red.) hat zu mir gesagt: 'Der verfolgt mich wahrscheinlich noch bis in die Kabine'", verriet Samson nach der Partie bei "Sky". Bochum konnte dies nicht kompensieren, wie Reis zugab: "Daran hat unser Offensivspiel ein bisschen gehapert."

FCE-Coach Schuster: "Wir haben es geschafft, Danilo Soares einzubremsen"

Dazu schirmte der FCE die Außen besser ab - ein weiterer Punkt auf der Vorgabenliste von Dirk Schuster.

"Wir haben es geschafft, Danilo Soares (29), einen der besten Linksverteidiger der Liga, einzubremsen. Das hat sich in der ersten Halbzeit ausgezahlt. Dadurch war Bochum gezwungen, die Bälle zu schlagen, was wir dann auch ausgenutzt haben", spricht der FCE-Coach das konsequente Gehen auf die zweiten Bälle an.

"Wir haben dann die Chance durch Jan Hochscheidt, mit der anschließenden Ecke, die Gaetan Bussmann (30) zum 1:0 nutzt. Das 2:0 lag danach irgendwo auch im Bereich des Möglichen."

Ben Zolinski (38./58.) und Florian Krüger (57.) scheiterten wie vorm 1:0 schon Dimitrij Nazarov (15.) und Clemens Fandrich (20.) am überragenden Riemann.

Titelfoto: imago images/Frank Kruczynski

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