Wird der Aue-Kader kaserniert? Klub-Chef Helge Leonhardt zieht die Zügel an!

Aue - FCE-Boss Helge Leonhardt ist nie um eine Antwort verlegen. Der 62-Jährige hat als Unternehmer und Fußballfunktionär über die Jahrzehnte zu viel erlebt, als dass es ihm so schnell die Sprache verschlägt. Hält sich der Klubpatriarch zurück, ist das meist ein untrügliches Zeichen, dass der Laden beim FC Erzgebirge Aue läuft.

Helge Leonhardt (62, r.) fordert mehr Emotionen - auch von Chefcoach Dirk Schuster (53).
Helge Leonhardt (62, r.) fordert mehr Emotionen - auch von Chefcoach Dirk Schuster (53).  © picture point/Sven Sonntag

Deswegen verliefen die vergangenen Wochen im Erzgebirge ziemlich geräuschlos ab. Mit dem 1:3 gegen St. Pauli ist diese Idylle vorbei.

"Ich fand den Auftritt blutleer und emotionslos, was mich maßlos enttäuscht hat", schlägt die Heimpleite bei "Leo" noch immer auf den Magen.

"Wir müssen wieder dahin kommen, dass der Gegner, wenn er uns in die Augen schaut, sieht, wie emotional aufgeputscht wir sind und keinen Millimeter zurückweichen", fordert Leonhardt - von allen.

Und sagt: "Ich erwarte Emotionen auf dem Platz und der Trainerbank. Beides habe ich zuletzt vermisst."

Ob dieser Seitenhieb bei Coach Dirk Schuster (53) und jedem einzelnen in dessen Trainergespann gut ankommt, sei dahingestellt. Denn nüchtern betrachtet ist der Klassenerhalt bei 37 Punkten nahezu sicher. Da gibt es eigentlich nix zu mäkeln - oder?

Aue-Boss Leonhardt: "Ich habe den Eindruck, dass sich eine Wohlfühloase entwickelt"

Für seinen Verein immer in Habachtstellung: Wenn FCE-Boss Helge Leonhardt (62) etwas nicht passt, findet er deutliche Worte.
Für seinen Verein immer in Habachtstellung: Wenn FCE-Boss Helge Leonhardt (62) etwas nicht passt, findet er deutliche Worte.  © picture point/Sven Sonntag

"Ich möchte nicht alles infrage stellen oder schlecht reden, aber mahnend den Zeigefinger heben muss ich schon", entgegnet Leonhardt.

Solange man nicht durch sei, könne auch die Budgetierung für die neue Saison nicht vorgenommen werden. "Auch Vertragsgespräche müssten aufgeschoben werden", so Leonhardt.

Eine entscheidende Losgröße sind die TV-Einnahmen. Und die hängen letztlich auch vom finalen Tabellenplatz ab.

"Wenn wir weiter abrutschen, wirkt sich das negativ auf die Ausschüttung aus, was wiederum zu Einsparungen führt", verabschiedet sich der Veilchen-Boss einstweilen von der langen Leine und zieht stattdessen die Zügel wieder an.

Er sagt: "Ich habe den Eindruck, dass sich eine Wohlfühloase entwickelt. Dem trete ich entgegen, um weiter gierig zu bleiben. Wenn es hart auf hart kommt, wird die Mannschaft kaserniert, um die Sinne zu schärfen und den Teamgeist wieder zu entwickeln, den wir brauchen."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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