Schuster-Schach geht trotz Corona-Fall bei Aue noch ganz gut auf: "Das Glas ist halb voll"

Aue - Als Dirk Schuster (53) am Donnerstag auf der obligatorischen Pressekonferenz auf die taktischen Details gegen Hannover einging, wusste er, dass 96-Coach Kenan Kocak (40), der 2015 bei ihm in Darmstadt als Praktikant hospitierte, die gegnerische Formation gern spiegelt.

Florian Ballas (28, l.) und FCE-Keeper Martin Männel (32) retteten kurz vor Schluss mit vereinten Kräften gegen Hannovers Genki Haraguchi (29, 2.v.r.).
Florian Ballas (28, l.) und FCE-Keeper Martin Männel (32) retteten kurz vor Schluss mit vereinten Kräften gegen Hannovers Genki Haraguchi (29, 2.v.r.).  © imago images/Frank Kruczynski

Um dem entgegenzuwirken, wollte das Trainerteam des FC Erzgebirge Aue etwas austüfteln. Es bahnte sich ein Rasenschach an, bis Corona zuschlug.

Durch den positiven Covid-Befund bei Clemens Fandrich (30) brach kurzfristig der Spielgestalter im defensiven Mittelfeld weg und Schuster hatte seine Eröffnung neu zu überdenken, um beim Schach zu bleiben.

John Patrick Strauß (25) rückte auf die ungewohnte Sechs neben Ognjen Gnjatic (29), der vorab für die Innenverteidigung in Erwägung gezogen wurde.

Wie die Veilchen die Umstellungen auf der Doppelsechs wegsteckten, war formidabel, wenngleich der Zug nach vorne abging.

"Gegen ein individuell starkes Hannover haben wir es in der ersten Halbzeit ordentlich gespielt", fällt Schuster trotzdem ein positives Fazit.

Wenn es etwas zu kritteln gab, dann an anderer Stelle. Das Umschaltspiel wurde für den Geschmack des 53-Jährigen nicht zielstrebig genug zu Ende gebracht.

Aue-Coach Dirk Schuster: "Das war eine großartige Leistung"

FCE-Coach Dirk Schuster (53, 4.v.l.) konnte angesichts der Umstände mit dem 1:1 gegen Hannover gut leben.
FCE-Coach Dirk Schuster (53, 4.v.l.) konnte angesichts der Umstände mit dem 1:1 gegen Hannover gut leben.  © imago images/Eibner

"Ich denke an die Szene von Florian Krüger (22), der alleine aufs Tor gehen kann, aber den Ball bei den ersten Kontakten zu schlampig mitnimmt, nach außen abdriftet und in einen unglücklichen Winkel kommt, sodass Michael Esser halten kann", kommt Schuster auf den Konter in der zwölften Minute zu sprechen.

Pascal Testroet (30) hatte diesen Gegenstoß eingeleitet, indem er eine Ecke abfing und dann den Sprint anzog. Wiederum zwölf Minuten später klärte "Paco" eine Ecke vor die Füße von Philipp Ochs (23), der dann unbedrängt aus gut 23 Metern einschoss.

Auch da hätte sich Schuster einen anderen Schachzug gewünscht: "Wir wehren zu kurz ab und schießen nicht hinterher, um den Schützen zu stören."

Nach der Pause zeigte sich seine Elf deutlich verbessert. "Wir attackierten mutiger nach vorn. Wie in Kiel machen wir wieder zwei Abseitstore, aber dann trifft 'Paco' mit einer schönen Einzelleistung", so Schuster, der das Ergebnis richtig einzuschätzen wusste.

"Das Glas ist halb voll, bei all den Vorzeichen - und dass das Spiel überhaupt stattfand. Das war eine großartige Leistung, auch was die Konzentrationsfähigkeit anbelangt."

Titelfoto: imago images/Eibner

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