Aue-Keeper Männel: Zuhause fehlte die Ausrede

Aue - Martin Männel ist hin- und hergerissen. Für den Kapitän des FC Erzgebirge hatte die fußballfreie Phase in den vergangenen knapp vier Wochen nicht nur Schattenseiten. "So viel Zeit mit den Kindern und der Familie zu verbringen, ist sehr schön und hat das Ganze etwas erträglicher gemacht", sagt der 32-Jährige.

Die Familie ist immer dabei! Martin Männel trägt die Initialen seiner drei Liebsten - "An" für Sohn Anton, "Do" für Eherfrau Doreen und "Ma" für Sohn Max - auf den Torwarthandschuhen.
Die Familie ist immer dabei! Martin Männel trägt die Initialen seiner drei Liebsten - "An" für Sohn Anton, "Do" für Eherfrau Doreen und "Ma" für Sohn Max - auf den Torwarthandschuhen.  © picture point/Sven Sonntag

"Bei den Hausaufgaben, im Garten oder Haushalt mithelfen - es gab viel zu tun, da musste mit angepackt werden. Weil kein Training stattfand, haben mir die Ausreden gefehlt, um mich für solche Aufgaben aus dem Staub zu machen", erzählt der Torhüter schmunzelnd.

Inzwischen kann Männel auf diese Ausrede wieder zurückgreifen, denn die Veilchen trainieren wieder. 

"Es war schön, die Mitspieler wiederzusehen und auf dem Trainingsplatz loszulegen - auch wenn das in den aufgesplitteten Gruppen etwas gewöhnungsbedürftig ist", berichtet Männel.

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"Wir Torhüter sind es gewohnt, in kleineren Gruppen zu trainieren. Trotzdem führt die spezifische Erwärmung in der Regel immer zum Mannschaftstraining hin. Beim Torschusstraining oder bei den Spielformen zwischen den Pfosten zu stehen, ist das Salz in der Suppe", sagt Männel. 

Trotz der Beschränkungen ist der Schlussmann glücklich, seiner Arbeit wieder nachgehen zu dürfen: "Es tut einfach gut, Bälle zu fangen, sie wieder am Fuß zu haben und die Trainingsklamotten zu tragen."

Aue-Torhüter Männel: "Wir sind froh, wenn wir die Saison zu Ende spielen dürfen"

Wann wieder in voller Teamstärke trainiert werden kann, ist offen. Auch die von der DFL anvisierte Fortsetzung des Spielbetriebs ab Mai ist keinesfalls gesichert. 

Die Mannschaft aus dem Erzgebirge hat jedenfalls vernommen, dass ein Saisonabbruch und damit ausbleibende TV-Gelder für einige Bundesligisten gravierende Folgen haben könnte. 

"Wir sind froh, wenn wir die Saison zu Ende spielen dürfen", sagt Männel. Dafür müssten die Sachsen aber Geisterspiele in Kauf nehmen.

Die wären auch für den dienstältesten FCE-Profi eine völlig neue Erfahrung: "Unter normalen Umständen gehen wir raus und wissen, dass uns mehrere Tausend Leute lautstark unterstützen. Auch auswärts motiviert man sich damit, dass die gegnerischen Fans einen vielleicht nicht so leiden können."

"Wenn das alles komplett fehlt, muss man sich noch mehr selbst emotionalisieren."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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