"Plan 2023" geht auf! So hält sich Aue noch lange in der 2. Liga

Aue - Transfers müssen sitzen, man dürfe keine Fahrkarte schießen, urteilte FC-Erzgebirge-Coach Dirk Schuster (53) vorige Woche über die Herausforderungen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen. Es braucht eine kluge Kaderpolitik. Doch kann der FC Erzgebirge Aue das überhaupt? Zwei entscheidende Faktoren sprechen dafür.

FCE-Boss Helge Leonhardt mit seinem erfolgreichen Sturm-Duo Florian Krüger (l.) und Pascal Testroet.
FCE-Boss Helge Leonhardt mit seinem erfolgreichen Sturm-Duo Florian Krüger (l.) und Pascal Testroet.  © PR/FCE

Zuvorderst steht das sportliche Abschneiden. Vergangenes Jahr lief der Kumpelverein als Siebter ein und befindet sich auf dem besten Weg, dieses Ergebnis zu bestätigen.

Ebenfalls nicht zu verachten ist die Kontinuität im Kader, gepaart mit einem erfahrenen Cheftrainer Schuster - und veranlagten Talenten. Letzteres spiegelt sich in den Marktwertentwicklungen eines Florian Krüger (4 Mio. Euro) oder John Patrick Strauß (700.000 Euro) wider.

Keine Personalentscheidung, kein Transfer läuft ohne FCE-Boss Helge Leonhardt (62) ab. "Florian Krüger haben Michael Voigt (48) und ich vor zwei Jahren auf Empfehlung von Domenico Tedesco (35) aus dem Schalker Nachwuchs geholt, worüber ich sehr froh bin", so Leonhardt.

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"Ebenso bin ich froh, John Patrick Strauß (25) damals als junges Talent von RB Leipzig geholt zu haben. Flo ist ein Senkrechtstarter, und Patrick hat sich hochgespielt", blickt Leonhardt im TAG24-Gespräch zurück.

FC Erzgebirge Aue hat bei den Transfers ein gutes Auge

Helge Leonhardt hat dank der klugen Kaderpolitik gut lachen. Er kann auf Routiniers wie Dimitrij Nazarov (30/l.) und Top-Talent Florian Krüger (21/r.) bauen.
Helge Leonhardt hat dank der klugen Kaderpolitik gut lachen. Er kann auf Routiniers wie Dimitrij Nazarov (30/l.) und Top-Talent Florian Krüger (21/r.) bauen.  © picture point/Sven Sonntag

Es waren keine Glücksgriffe, sondern Beispiele für ein gutes Auge, das schon bei Jakub Sylvestr (32) oder Pascal Köpke (25) bewiesen wurde. Beide wurden später für siebenstellige Ablösesummen veräußert.

"Es muss weiterhin ein Teil unserer Strategie sein, sich junge Talente zu angeln und diese neben erfahrenen Spielern sowie alten Haudegen weiterzuentwickeln. Genau das bildet unser 'Plan 2023' ab", betont Leonhardt.

Das Kalkül geht auf. Krüger profitiert vom erfahrenen Pascal Testroet, mit dem er auch neben dem Platz dicke Tinte ist. Strauß beißt sich durch und wird hinten von Haudegen wie Sören Gonther (34) oder Florian Ballas (28) angeleitet.

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Letzterer hat seinen Marktwert ebenfalls gesteigert, ein Indiz dafür, dass auch gestandene Spieler in Aue vorankommen können - wenn sie wollen.

Faule Äpfel werden beim FCE aussortiert!

Faule Äpfel würde Leonhardt sowieso gnadenlos aussortieren. Wenngleich schlanke Finanzen den Spielraum einengen.

"In der zukünftigen Kaderplanung für 2021/22 gilt es, nach jungen Talenten Ausschau zu halten, aber vor allem auch den Profikader mit jungen gestandenen zweitligatauglichen Profis anzureichern, die dann auch den Altersschnitt senken und gleichzeitig den Leistungsschnitt heben. Spieler, die unserem Anforderungsprofil nicht entsprechen, werden wir verabschieden", stellt "Leo" unmissverständlich klar.

"Ich lege großen Wert darauf, dass mein Vorstands-, Trainer- und Funktionsteam diese strategischen Vorgaben mit hoher Kompetenz, Professionalität und Einsatzbereitschaft erfüllt. Dazu braucht es keinen aufgeblähten Kader oder Stab."

"Diese Dinge würden nur unnötige interne Reibung verursachen und die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen", so der FCE-Boss.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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